Soziales: Von der Arbeit muss man leben können

Soziales : Von der Arbeit muss man leben können

Zum Kommentar „Überzogene Erwartungen beim Mindestlohn“ (TV vom 28. Dezember) schreibt Jürgen Teusch aus Wittlich:

Der Untergang des Abendlandes, den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährden, der Verlust von Tausenden von Arbeitsplätzen usw. so war vor der Einführung des Mindestlohns vor einigen Jahren die Argumentation der Gegner – und das bei 8,50 Euro Stundenlohn. Man schaue mal als Bürger der viertgrößten Volkswirtschaft der Erde rüber zum Nachbarn nach Luxemburg, wie hoch dort der Mindestlohn seit dem 1. Januar ist (Anm. Er liegt bei 2071,10 Euro monatlich für ungelernte Arbeitskräfte).

Um fast vier Prozent steigt die Lohnuntergrenze in Deutschland beim Exportweltmeister. Nur sind vier Prozent von wenig immer noch wenig. Es muss doch klar erkennbar sein, dass es sich lohnt, morgens aufzustehen, um zur Arbeit zu gehen.

Dieser Unterschied ist einfach zu gering. Arbeit muss so entlohnt werden, dass man davon leben kann und dass man nach einem Erwerbsleben eine zustehende Rente über der Mindestsicherung hat. Das Geschäftsmodell, niedrige Löhne zahlen und den Arbeitnehmer dann in der Rente im Nachhinein vom Steuerzahler subventionieren, ist ja auch nicht gerade sozial.

Forderungen nach höheren und gerechteren Löhnen als populistischen Überbietungswettbewerb zu bezeichnen, ist eben auch nichts anderes als ein populistisches Scheinargument gegen einen besseren gesetzlichen Mindestlohn.

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