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Gesundheit: Vor Corona, mit Corona, nach Corona

Gesundheit : Vor Corona, mit Corona, nach Corona

Zur Berichterstattung über die Corona-Pandemie schreiben Lydia Jakobs-Weines, Peter Knebel, Dieter Schuster, Heinz Jakobs, Bodo Schröder und Christine Antony:

Die Maskenpflicht wurde erweitert. Wir alle haben nun die Pflicht, FFP2-Masken zu tragen, sollten wir uns in die Öffentlichkeit wagen. Ja, das wird sogar von Polizeibeamten kontrolliert! Aber wer schreibt uns vor, welche dieser Masken wir uns anzuschaffen haben?

Ein Kunde betritt – maskenbewehrt – den Laden und steuert die gut abgeschirmte Bäckerei-Theke an. Die Bedienung schreit auf: „Treten Sie zurück!“ Sofort erscheint eine Sicherheitsmitarbeiterin und stellt fest: „Sie tragen keine FFP2-Maske, die da ist nur aus Stoff!“ Der Kunde fragt irritiert: „Was wollen Sie von mir?“ Die Frau verlangt: „Sie müssen den Markt sofort verlassen!“ Der Kunde zeigt auf den roten, gut sichtbaren Aufnäher auf seiner Maske: „Nanosilver FFP2“ und verlässt kopfschüttelnd das Geschäft.

Es gibt sie, diese FFP2-Masken. Dreilagig mit Silberionen, antimikrobiell, 30mal waschbar. Was soll an denen falsch sein?

Lydia Jakobs-Weines, Trier

Zur Berichterstattung über die Kritik an Gesundheitsminister Jens Spahn und der schleppend angelaufenen Impf-Kampagne:

Eigentlich sollte in dieser für die gesamte Menschheit schweren Zeit die Devise sein, dass wenigstens die Entscheidungsträger an einem Strang ziehen. Wie sonst soll der Normalbürger die Vorgaben und Einschränkungen überhaupt ernst nehmen? Einige SPD-Politiker haben wohl nicht begriffen, dass nur gemeinsames Handeln der verantwortlichen Regierungsvertreter Erfolg in dieser Pandemie verspricht.

Von eigenen Fehlern ablenken und in den Wahlkampf-Modus schalten ist in Zeiten der Corona-Pandemie schäbig. Anders kann man die Kritik an Jens Spahn in Sachen Impf-Strategie der SPD-Ministerpräsidenten, von Finanzminister Olaf Scholz oder dem SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil nicht nennen. Regieren und gleichzeitig Opposition sein ist wohl die Art von Politik, mit der die SPD Wähler von sich begeistern will.

Jens Spahn hat, wie auch Politiker der SPD, in der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg mit Sicherheit auch Fehler gemacht. Aber SPD-Politiker, die meinen, der Bundesgesundheitsminister habe Einfluss darauf, warum die EU-Kommission vergleichsweise wenig Impf-Dosen bestellt hat, glauben wahrscheinlich auch an den Weihnachtsmann. Vielleicht hat das alles auch etwas mit Solidarität zu tun. Wenn aber Solidarität in den 27 Ländern der EU beim Impfen gegen Corona wichtig und für mich auch richtig sein soll, ist es einfach nur infam, Herrn Spahn für etwas an den Pranger zu stellen, was der Bundesgesundheitsminister kaum beeinflussen kann.

Peter Knebel, Speicher

Wer geglaubt hat, der Berliner Flughafen sei das Nonplusultra unfähiger Politiker und Bürokraten gewesen, der wird jetzt eines Besseren belehrt. Das Chaos beim Impfen gegen das Virus zeigt wieder einmal, ohne auf Einzelheiten einzugehen, welchen Dilettanten wir ausgeliefert sind. Viele Köche verderben den Brei. Die Unfähigkeit deutscher Politiker ist ein Virus, gegen das es keinen Impfstoff gibt und auch nie geben wird. An diesem Virus leidet unser Land schon seit Generationen.

Dieter Schuster, Morbach

Etwas Vergleichbares wie die Corona-Pandemie ist mir in der Weltgeschichte nicht bekannt. Es gab schon viele Seuchen und Katastrophen, die aber immer nur einen Teil der Erde umfassten. Wir sprechen heute von einer Zeit vor Corona und erwarten, dass diese Zeit wiederkommt. Ich gehe davon aus: Es gab eine Zeit vor Corona, jetzt haben wir eine Zeit mit Corona, dann wird eine Zeit nach Corona kommen. Man kann die Uhr nicht zurückdrehen.

Corona hat uns gezeigt, wie anfällig und schwach wir sind. Trotz Technologie und Wissenschaft sind wir nicht in der Lage, das Virus schnell unter Kontrolle zu bekommen. Einige Unbelehrbare haben mit ihrem Verhalten dazu beigetragen, dass sich das Virus noch stärker ausbreitet und Gesundheitsbeeinträchtigung oder den Tod vieler Menschen in Kauf genommen. Wir alle sind mehr oder minder betroffen, viele werden auch in Zukunft damit umgehen müssen. Sei es gesundheitlich, wirtschaftlich oder im täglichen Umgang mit anderen Menschen, die Einschränkungen sind sehr vielseitig.

Die Zeit nach Corona wird anders sein. Es liegt an jedem selbst, was er daraus macht oder auch nicht. Die anderen sollten? Die anderen haben? Die anderen müssen? Mit Schuldzuweisungen ist es nicht getan. Jeder ist für sich verantwortlich und kann nicht alles auf andere abschieben. Am Ende wird es so sein wie immer, es gibt Gewinner und Verlierer der Pandemie und man muss sich Gedanken darüber machen, wie es weitergeht und nicht dem nachtrauern, was nicht mehr zu ändern ist. Wir können nur hoffen, dass die Verantwortlichen den Mut und die Kraft haben, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Heinz Jakobs, Neuhütten

Dieser Tage ist mir aufgefallen, dass Polizisten zum Beispiel auf Parkplätzen von Supermärkten die Einhaltung der Corona-Regeln kontrollieren. Ich habe im Auto auf die Öffnung des Supermarkts gewartet und mir meine Gedanken zum Thema gemacht. Kommentare in Zeitungen von Reportern und Lesern, die beginnen oder enden mit „vermutlich“, sagen doch nur aus, nichts zu wissen! Einigen Kommunal-, Landes- sowie Bundespolitikern kann man doch mittlerweile nicht mehr zuhören. Ständig mit ihren Quer-, Halb- und Nicht-Wahrheiten, egal welcher Fraktion. Am schlimmsten sind die Talkrunden im Fernsehen. Anscheinend bringt die Corona-Krise immer mehr Lebensweisheits-Ignoranten, Besserwisser und Möchtegern-Politikversteher hervor. Sie sorgen dafür, dass die Menschen Angst bekommen. Lasst uns eine „Taskforce“ bilden, für ein hoffentlich bald geimpftes, sich umarmendes, lachendes und glücklich feierndes Weltvolk.

Bodo Schröder, Bitburg

Zum Leserbrief von Dr. Wolfgang Sauer unter der Überschrift „Hilflos, lächerlich“ (TV vom 6./7. Februar):

Der Leserbriefschreiber bezeichnet das Anzünden einer Kerze unseres Bundespräsidenten, dessen Aufruf viele Bundesbürger gefolgt sind, als lächerlich. Ich finde diesen Ausdruck im Zusammenhang mit der Würde der Verstorbenen als respektlos. Mehr Achtung gegenüber den trauernden Hinterbliebenen wäre angebracht!

Christine Antony, Trier