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leserbriefe
Vorauseilender Gehorsam

Zum Artikel „Was plant Trump in Spangdahlem?“ (TV vom 2 .Juli) schreibt Agnes Tillmann-Steinbuß:

Es gibt kaum etwas Wichtigeres,  als den Frieden zu bewahren! Das steht aber nicht im Mittelpunkt der Arbeit von Präsident Trump! Was er plant, ist für uns nicht einschätzbar. Deshalb müssen Deutschland und Europa erwachsen werden!

Ob die militärische Präsenz der USA in Deutschland dem Frieden grundsätzlich zuträglich ist, weiß ich nicht. Deshalb hüte ich mich auch davor, vorschnell einen Abzug der Amerikaner aus Spangdahlem zu fordern, wenn ich mich wieder über die Flugzeuge über meinem Haus ärgere.

Aber die Umweltgefahren durch die US-Basen zu verschweigen, ist absolut der falsche Weg. Den vorauseilenden Gehorsam vieler Deutscher im Umfeld von Spangdahlem verurteile ich.

Denn es gibt kaum etwas Dümmeres, als die Umweltschäden sprachlos zu dulden oder zu verniedlichen, nur um die Army unbedingt im Land halten zu wollen. Das ist dann schon Krieg vor dem Krieg.

Die Gewässer um den Flugplatz Spangdahlem sind mit bis zu 2 µg/l PFT belastet, was deutlich über den nationalen Richtwerten liegt. Aufgrund hoher Belastungswerte mit diesen perfluorierten Tensiden in Fischen im Umfeld von Spangdahlem gilt nach wie vor die Warnung, dass pro Monat nicht mehr als eine Portion Filet von Fischen aus der Kyll oder dem Spanger Bach verzehrt werden sollte.

Zuerst und viel schneller müssen die dringenden Umweltprobleme gelöst werden. Für den Frieden mit der Umwelt können und sollten wir uns unverzüglich stärker engagieren. Das wäre dann auch der wichtigste Schritt für den Frieden unter den Menschen – egal ob mit der US-Army vor Ort oder nicht.

Agnes Tillmann-Steinbuß, Speicher