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Vorwärts Kameraden, es geht zurück

Vorwärts Kameraden, es geht zurück

Zum Artikel "Bischof Marx: Kirchenschließung große Ausnahme" (TV vom 29. Juni) auch diese Zuschrift:

Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Das Ganze erweckt jedoch den Eindruck, als sei man amtskirchlich und auch seitens unseres Bischofs der Meinung, dass die katholische Kirche ihren Höhepunkt überschritten und der Rückzug zu organisieren ist. Andere Religionen werden das gerne zur Kenntnis nehmen. Schade, dass man nun leichtfertig und aus reiner Prinzipienreiterei aufgibt, was Generationen mühevoll aufgebaut haben.Pfarreien und Kirchen, die jetzt aufgegeben werden, verschwinden für immer. Würde nicht mancher guter Priester sich im Grabe umdrehen, wenn er die jetzige Entwicklung noch mitbekäme? An Kirchenaustritten kann es nicht liegen, da die sich bei uns doch sehr in Grenzen halten, und auch nicht am Geld - angesichts des riesigen Kirchenvermögens. So dürfte der Priestermangel Hauptursache sein, der jedoch allein auf das unsinnige Pflichtzölibat zurückzuführen ist, das immer mehr zum Priesterverhinderungsgesetz wird, nichts mit Jesus und dem Evangelium zu tun hat, reine menschliche Erfindung ist und problemlos mit einem Federstrich zu beseitigen wäre.Auch mit ausländischen Priestern und so genannten Spätberufenen, die ja nicht immer das Gelbe vom Ei sind, ist das Problem nicht zu lösen. Zudem dürfte es auch heute nicht an ganz normalen Priesterberufungen fehlen, was die Evangelischen uns beweisen, die gute Pastoren im Überfluss haben. Jesus selbst hat bekanntlich keinen Wert auf Ehelosigkeit gelegt, was die Auswahl seiner engsten Vertrauten beweist. Sogar Petrus, als erster Papst, war ein ganz normal verheirateter Mann. Anstatt sich daran zu erinnern, scheint man lieber die Parole: "Vorwärts Kameraden, es geht zurück" auszugeben. Unsere islamischen Freunde bauen dagegen immer neue und größere Kirchen. Wäre da nicht Ursachenforschung vonnöten? Zu denken gibt jedenfalls, dass unsere hochstudierten und hochbezahlten Kirchenfürsten offenbar nicht in der Lage sind, zu erhalten, was eine Handvoll Männer, die vielleicht nicht einmal lesen und schreiben konnten, vor 2000 Jahren ins Leben gerufen haben. Ein Armutszeugnis! Josef Berens, Rommersheim KATHOLISCHE KIRCHE