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Medien: Wachsam und furchtlos

Medien : Wachsam und furchtlos

Zum Forum „Das N-Wort? Oh je, weg mit dem Kerl!“ (TV vom 13./14. März) und zu Leserbriefen zur Corona-Pandemie schreibt Helmut Repplinger:

1. Forum (Folge 660): Peter Reinhart ruft im Sinne von Jürgen Habermas zum freien Diskurs auf. Das hebt ihn für mich in dieser Zeit wohlwollend und ermutigend von den zahlreichen Populisten ab.

Das Rousseau’sche Modell der kollektiven Autonomie soll zur politischen Identität und zum Konsens der individuellen Autonomie führen. Durch seine informativ-kritischen Texte trägt Peter Reinhart bei nicht beratungsresistenten Bürgern zur Partizipation und Kritikfähigkeit bei. Chapeau!

Das ehrt einen freien und verantwortungsbewussten Journalisten. Wohin eine geknebelte Einheitspresse durch freiheitsvernichtende staatliche Maßnahmen führt, das sehen wird zur Zeit in Ungarn, Myanmar …

Wir leben nach Julian Nida-Rümelin durchaus in einer „kulturell gespaltenen Gesellschaft“. Auch der Kulturkampf kann über Sprache erfolgen. Umso wichtiger sind Widerstand und Diskussion durch die freie Presse.

2. Leserbriefe zu Corona und Masken: In dieser recht verworrenen Zeit glänzt der TV mit der Veröffentlichung von kritischen Leserbriefen.

a) Die Impf-Vordrängler werden als das beschrieben, was sie sind: selbstherrliche Akteure, die keine eigenen moralischen Defizite wahrhaben wollen und zum Teil in Rechtfertigungsschemata durch identitätsschützende Lügen flüchten.

b) „Raffke-Affäre“: Der zunehmende Vertrauensverlust in die liberale Demokratie erhält weitere Nahrung, wenn politisch-unmoralische Verhaltensweisen von selbsternannten „Stützen der Gesellschaft“ Solidarität und Vertrauen in der Gesellschaft durch rücksichtslose Lobbyisten-Machenschaften reduzieren. Hier helfen (verlogene) „Ehrenerklärungen“ gestresster MdBs nicht glaubwürdig weiter. Sie sind nichts anderes als kollektiver Meineid!

Fazit: Die kritische Presse muss als „Vierte Gewalt im Staat“ wachsam bleiben und journalistisch die Finger furchtlos in offene und verdeckte Missstände legen.

Helmut Repplinger, Klausen