Verkehr: Wachstumsirrsinn

Verkehr : Wachstumsirrsinn

Zu unserem Artikel „Die IAA in Frankfurt wird zum Problem“ (TV vom 9. September) meint Karl-Heinz Keiser, Thomm:

Unser von der Automobilindustrie ferngesteuerter Verkehrsminister wird nicht zulassen, dass unser Privatauto vom Prestigeobjekt zum Gebrauchsartikel abgewertet wird. Immerhin darf man auf unseren Autobahnen – was der Rest der Welt zu Hause nicht darf – so schnell fahren, wie das Auto geht.

Die Werbung macht deutlich, 300 PS und eine Beschleunigung von Null auf 100 in sieben Sekunden bringen selbst im Stau zwischen bewundernden und neidischen Blicken innere Zufriedenheit. Irgendwann wird auch hier die Verspätung ins Bewusstsein rücken.

30 000 LKW-Parkplätze fehlen an  unseren Autobahnen. „Just-in-Time-Produktion“ wird es genannt, wenn das Vorratslager der Industrie auf die Autobahn verlegt ist und in der billigsten Region produziert wird. So füllt man die Autobahn. Die Fahrer finden keinen Platz mehr für die vorgeschriebenen Ruhepausen. Es wird weiter betoniert und asphaltiert.

Der Regen braucht nicht mehr in der Erde zu versickern und gelangt über große, versiegelte Flächen direkt zum Abfluss. Die Frage bleibt offen, wie lange es noch dauert, bis der Irrsinn des unbegrenzten Wachstums erkannt ist und der normale Menschenverstand den Einfluss von Lobbyisten überwiegt.

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