1. Meinung
  2. Leserbriefe

Klima: Wähler und Gewählte

Klima : Wähler und Gewählte

Zur Berichterstattung über die Europa-Wahl und die Klima-Politik schreibt Heinz Maes, Klausen:

Über die Zukunft der Menschen stimmen gewählte Politiker ab. Über die Zukunft der Erde (Umwelt) kann man nicht abstimmen. Wahlversprechen: Wir setzen unsere ganze Kraft für die Bürger ein. Mag sein, dass es hier und da Politiker gibt, die es ernst meinen.

Wahlen sind persönliche und parteiliche Machtkämpfe, zumindest zum größten Teil. Nachdem das Thema Umweltschutz die letzten Wahlen beeinflusst hat, springen plötzlich Parteien auf diesen Zug, dessen Schienen andere gelegt haben. Die bisherigen regierenden, wirtschaftsfreundlichen „Umweltschützer“ sind wie Fallschirmspringer ohne Fallschirm, in der Hoffnung, dass vor Aufprall jemand mit einem Schirm vorbei kommt.

Wahlverlierer warnen vor Parteien, die nur ein Thema haben: Umweltschutz. Vergessen dabei, dass sie gerade dieses Thema vorher selbst nicht ernst genug genommen haben. Die Behauptung, Umweltschutz sei nur ein kleines Thema von vielen, stimmt nicht. Man muss  endlich bereit sein, neu zu denken. Mensch und Erde stehen im Mittelpunkt.

Umweltschutz beeinflusst alle Ministerien. Umweltschutz ist das Thema, das alle anderen Themen einschließt: Neue Arbeitsplätze mit Beteiligung der Arbeiter und Angestellten; gesunde Ernährung als gesetzliche Grundvoraussetzung; Gesundheit nicht als Profitmaximierung;  allumfassende Familienpolitik; Verkehr und Infrastruktur nach Umweltgesichtspunkten; sorgfältiger Umgang mit Ressourcen und Vermeidung von verstrahltem und verseuchtem Müll (Erde, Luft, Wasser); zukunftsorientierte Bildung und Forschung;  Energie und Wirtschaft ohne Lobbyismus; menschenwürdiges Wohnen erzeugt Heimat und weniger Konfliktpunkte; Hilfe zur Selbsthilfe für Entwicklungsstaaten; Friedenspolitik ohne Waffen und ohne Trump; milliardengroße Steuerschlupflöcher beseitigen; Ungleichheiten zwischen Arm und Reich reduzieren, dadurch Reduzierung von Konflikten und Kriminalität.

„Uns ging es noch nie so gut wie heute“, sagen am laufenden Band Politiker in Talkshows und Medien. Das mittlere Einkommen eines Arbeiters und eines Bundestagsabgeordneten (Mindestannahme) beträgt statistisch 6500 Euro. So kann man das statistisch ausdrücken.

Mein Wunsch: Lasst mal die jungen Bürger ran, die, egal welcher Partei zugehörig, die Zukunft als eine gemeinsame Aufgabe sehen und nicht aus persönlichen Machtinteressen und Beeinflussung der Lobbyisten gestalten wollen. Wünsche darf man in unserem demokratischen Land noch äußern …