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Finanzen: Warum die Grille traurig ist

Finanzen : Warum die Grille traurig ist

Zum Leserbrief von Dietrich Danz unter der Überschrift „Sagt die Ameise zur Grille ...“ (TV vom 22. April) schreibt Richard Leuckefeld:

Die Fabel von der fleißigen Ameise (unter anderem Deutschland) und der faulen Grille (südeuropäische Länder) bedarf der Korrektur.

Die Ameise wurde mit einem goldenen Löffel im Mund geboren. Sie war schlau, fleißig, aber auch rücksichtslos. Sie fraß nämlich der armen Grille die Futtervorräte weg. Die Grille wurde immer ärmer und dünner. Bevor sie fast nicht mehr zirpen konnte, fragte sie die reiche Ameise: „Du hast jetzt so lange auch auf meine Kosten gelebt, kannst du mir nicht etwas von deinen Vorräten abgeben.“ – „Ja“, sagte die reiche Ameise, „aber du musst es mir mit Zinsen zurückzahlen. Und außerdem werde ich mich auch in Zukunft an deinen Futtertöpfen laben.“

Da wurde die Grille ganz traurig, denn sie merkte, dass sie so wahrscheinlich nie auf einen grünen Zweig kommen konnte.

Richard Leuckefeld, Trier