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LESERBRIEFE
Warum macht man immer alles schlecht?

Dudeldorf. (utz) An der Diskussion um den „Nickneger“ haben sich weitere Leser beteiligt. Hier einige der Meinungen:
Ulrike Löhnertz

 

Michael Reis aus Laufeld: „Liebe Leute, habt ihr keine anderen Probleme. Euch Gedanken zu machen, in Verbindung um eine Spardose, über Rassismus und hilflose Bittsteller. Ich finde es lächerlich, aus allem ein Problem zu machen und alles in Frage zu stellen. Bei dem Bericht habe ich an meine Kindheit gedacht, da gehörte diese Spardose zur Weihnachtszeit dazu wie eine Krippe. Was haben wir als Kinder alles erlebt mit dieser Spardose? Da wurden passende Knöpfe mitgebracht, um die lustige Figur in Aktion zu sehen. Allen Kritikern sage ich: Fragt mal Kinder, was sie zu dieser Figur sagen! Liebe Pfarrgemeinde Dudeldorf, haltet an eurem Brauchtum fest und lasst euch nicht verunsichern.“

 

Anna Petry aus Konz: „Bei uns hießen die Spardosen nicht Nichtneger, sondern Nickmännchen. Dies macht schon mal einen besonderen Unterschied aus. Dass sie die dunkle Hautfarbe hatten, zeigte uns Kindern nur, wem wir mit unserer kleinen Spende helfen wollten. Das hatte mal gerade gar nichts mit Diskriminierung zu tun! Das war die Zeit, in der auch in den Pfarrgemeinden für die armen Menschen in Afrika, deren Handarbeiten und Bastelarbeiten verkauft wurden. Damit wurden die armen Menschen unterstützt.

Warum macht man immer alles schlecht? Man kann das Nickmännchen ja auch neutral gestalten und mit olympischen Farben im Gesicht und an den Händen. Als diese Spardosen gebaut und aufgestellt wurden, ging es eben darum, in Afrika zu helfen. Und dort haben halt die meisten Menschen eine dunkle Hautfarbe. Man kann das auch übertreiben mit der Antidiskriminierung. Manche Menschen sollten mal nachdenken, wo so mancher Brauch herkommt, bevor er dagegen wettert!“

 

Petra Pleuß aus Greverath: „Ich gehöre zu der Generation, die noch Pippi Langstrumpf mit dem Negerkönig gelesen hat, und habe sehr gerne Negerküsse oder Mohrenköpfe gegessen. Dadurch wurde ich trotzdem keine Rassistin. Im Gegenteil. Ich kann mich daran erinnern, dass mir damals als Kind durch diese Ausdrücke keinerlei rassistische Gedanken in den Sinn kamen. Und ich muss gestehen, dass ich immer noch die Bezeichnung Negerkuss verwende. Ich nehme an, dass die Menschen, die in Dudeldorf diese Figur aufstellten, eben auch keinen rassistischen Hintergedanken hatten und es nur gut meinten. Ich selber finde die Figur herrlich nostalgisch; gleichzeitig dient sie noch einem guten Zweck. Mir geht diese ewige Diskussion über dieses Thema schon seit langem gehörig auf die Nerven. Da meint man doch tatsächlich, dass die Welt sich verändern würde, wenn man bestimmte Bezeichnungen und Darstellungen verbietet. Hat sie das? Solange nicht jeder im Kleinen bei sich selber anfängt, wird sich gar nichts ändern. Da kann man noch so viele Nickneger und Mohrenköpfe oder Zigeunerschnitzel verbieten.“