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Gesellschaft: Was du nicht willst, das man dir tu ...

Gesellschaft : Was du nicht willst, das man dir tu ...

Zu den Artikeln „Land bekämpft Gewalt gegen Polizisten und Straßenbauer“ und „Wüste Attacken greifen die ganze Gesellschaft an“ (TV vom 20. März) schreibt Rainer Weinand:

Ob Polizist, Feuerwehrmann, Mitarbeiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM), Sanitäter – anscheinend gibt es keine Berufsgruppe, die sich nicht täglich mit persönlichen Angriffen, sowohl verbal als auch körperlich, konfrontiert sieht.

Da frage ich mich ernsthaft, wie weit es mit unserer Gesellschaft gekommen ist. Diese Menschen, die oft ehrenamtlich für unser aller Wohl im Einsatz sind, werden behandelt wie der letzte Dreck. Dabei sollten wir doch alle dankbar sein, dass diese Menschen für unsere Sicherheit und unser Wohlergehen sorgen.

Muss man sich denn beschweren, wenn nachts die Sirene ertönt, weil die Feuerwehr zu einem Einsatz gerufen wird? Es geht oft nur um wenige Minuten, die darüber entscheiden, ob Menschen zu Schaden kommen. Da dürfte es doch zu ertragen sein, für einen kurzen Moment aus dem Schlaf gerissen zu werden. Wäre es das eigene Haus, das gelöscht werden muss, würde man erwarten, so schnell wie möglich Hilfe zu bekommen.

Und wenn die Polizei mir ein Knöll­chen verpasst, dann habe doch wohl ich einen Fehler begangen und nicht der Beamte. Wenn die eigene Einfahrt zugeparkt ist, der Nachbar die Musik zu laut hat – dann wird ganz fix die Polizei gerufen.

Wenn LBM-Mitarbeiter eine Straße von Unfall- oder Sturmfolgen befreien, dann doch nicht aus purem Vergnügen, sondern um uns allen etwas Gutes zu tun.

 Klar, es ist ihr Job. Aber auch der muss getan werden. Und da wäre es aus meiner Sicht angebracht, den Helfern zu danken, anstatt sie anzupöbeln!

Es wird allerhöchste Zeit, dass sich einige Menschen einmal Gedanken über ihr Verhalten machen.

Höflichkeit, Respekt und Dankbarkeit sind keine Relikte aus grauer Vorzeit, sondern gehören gelebt, denn nur so kann unsere Gesellschaft funktionieren. Dazu fällt mir ein Satz ein, den meine Oma oft zitiert hat: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“ (Tobias 4,16).  In diesem Sinne wünsche ich mir, dass jeder sich dieses Bibelzitat in Erinnerung ruft, bevor er anderen gegenüber ausfallend wird.

Allen, die ehrenamtlich oder beruflich für uns arbeiten, möchte ich meinen Respekt, meinen Dank und ein großes Lob aussprechen.

Rainer Weinand, Maring-Noviand