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Abfall: Was für ein Unfug!

Abfall : Was für ein Unfug!

Zum Artikel „Umwelthilfe: Biotüte gehört in die Tonne“ (TV vom 6. August) schreibt Bernd Willems:

Die Diskussion um Biotonne oder -tüte bin ich, ehrlich gesagt, langsam leid. Da wird auf offenbar ideologisch verbrämter Grundlage mit Hilfe von statistischen Durchschnittswerten behauptet, im Raum Trier würden nicht genügend Küchenabfälle und Essensreste getrennt gesammelt, nämlich nicht mindestens 30 Kilo pro Person und Jahr. So jedenfalls mäkeln Aufsichtsbehörde und Deutsche Umwelthilfe.

Ich begreife das alles nicht. Wir wohnen in einem Zweipersonenhaushalt (früher waren wir mehr) auf dem Land, leben und ernähren uns seit jeher sehr bewusst, trennen seit Jahrzehnten sorgfältig unseren Müll, kochen in der Regel nicht mehr als auch gegessen wird und haben in unserem Nutzgarten drei Komposthaufen, auf denen 98 Prozent unserer Küchenabfälle landen. Essensreste, die doch mal übrig bleiben, wandern in die Biotüte. Und die bringen wir – wenn’s hochkommt – alle drei bis vier Wochen zum Container, ob sie voll ist oder nicht (meistens höchstens halb voll). 60 Kilo Essensreste im Jahr? Für uns völlig illusorisch! Hinzu kommt: Unsere Restabfalltonne steht allenfalls alle vier bis sechs Wochen an der Straße und ist selbst dann nicht immer ganz voll, aber sie müffelt halt. Die zusätzliche Einführung einer Biotonne auf dem Land halte ich für völlig absurd und unnötig. In unserem Haushalt würde die jedenfalls das ganze Jahr über nicht voll werden. Deshalb würde ich auch nicht einsehen, für solchen Unfug extra zu bezahlen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Kritiker bei Behörde und Umwelthilfe, die sich an diese 60 Kilo klammern, auf dem Land aufgewachsen sind. Vermutlich haben die ihr Lebtag keinen Komposthaufen gesehen ...

Bernd Willems, Hermeskeil