Gesundheit: Was ist mit der ambulanten Versorgung von Kindern?

Gesundheit : Was ist mit der ambulanten Versorgung von Kindern?

Zu unserer Serie „Hauptsache gesund“ und der Grafik über Abläufe und Akteure im Gesundheitssystem (TV vom 9. September) schreibt Stefan Klein (Kinder- und Jugendarzt), Gusterath:

Leider vermisste man ein wichtiges Bindeglied innerhalb des dargestellten Gesundheitssystems, das insbesondere für Kinder mit Behinderung, Entwicklungsstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten und deren Familien eine große Bedeutung hat und hier seit Jahrzehnten Hilfestellung leistet. Die SPZ‘s (Sozialpädiatrische Zentren) in Rheinland-Pfalz, und davon gibt es nach Aussage des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie in unserem Bundesland acht mit angegliederten Frühförderstellen, leisten diese wichtige Arbeit in der ambulanten Versorgung von Kindern auch in unserer Region Trier bis hinein in Eifel und Hochwald.

Sie bieten durch medizinisch-psychologische Diagnostik und Behandlung sowie pädagogische Fördermöglichkeiten eine wertvolle Verbindung zwischen Gesundheitsversorgung und den sozialen Lebensräumen „Familie“, „Kindergarten“ und „Schule“ wie auch den gesetzlich geregelten Leistungen der Jugend- und Sozialhilfe sowie der Frühförderung.

Während jedoch in den Artikeln vielerlei Akteure, Interessenvertretungen und Verbände genannt sind und unter anderem über Kliniken und Krankenhäuser, die finanziell in Not geraten sind, berichtet wird, scheinen vom gleichen Schicksal betroffene Einrichtungen für die ambulante Versorgung von Kindern bislang keine diskussionswürdige Beachtung zu finden. Jedenfalls sucht man, die schlagzeilentauglichen Meldungen einer Insolvenz des SPZ Trier einmal ausgenommen, vergeblich nach entsprechenden unterstützenden Beiträgen, die sich mit der Zukunft dieser Einrichtung beschäftigen.

Man kann nur hoffen, dass nicht anhaltend öffentliche Mittel zur Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung von Kindern der Region ausgleichend herangezogen werden müssen. Eine angemessene Beteiligung der Krankenkassen an den Kosten einer ambulanten medizinisch-psychologischen Versorgung wäre zu fordern.

Neben den Kindern selbst profitieren bis heute die Familien, die Kindergärten, die Schulen, wie auch Teile des Gesundheitssystems (niedergelassene Ärzte, KJP, Ambulanzen), die Jugendhilfe und Jugendämter von der Arbeit dieses wichtigen Bindeglieds „SPZ“. Aber wo sind die Stimmen und Nachfragen derer, die bislang profitieren? Wo findet sich der Platz im „Schaubild Gesundheitssystem“ den das SPZ bereits einnimmt? Ist das SPZ ein Bindeglied ohne wirkliche Lobby?

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