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Leserbriefe
Was wäre, wenn ...

Zum Artikel „Dreyer und Klöckner für zügige Gespräche über Schwarz-Rot“ (TV vom 22. Dezember) schreibt Hartmut Schmidt:

Unsere Spitzenpolitikerinnen aus Rheinland-Pfalz, SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer und die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner, dürfen beide an den Sondierungsgesprächen im Januar teilnehmen. Frau Klöckner fordert für ihre CDU ein höheres Gewicht im Verhandlungspoker aufgrund des höheren Wählerstimmenanteils, Frau Dreyer dagegen kein „Weiter so“ und eine neue Politik in vielen Bereichen. Neben den beiden großen Parteien im Bundestag, CDU und SPD, mit 26,8 Prozent beziehungsweise 20,5 Prozent Stimmenanteil bei der Bundestagswahl 2017 wird dann im Januar auch die CSU als dritte Partei und mit gleicher Personenzahl über eine neue Regierung verhandeln, obwohl sie lediglich 6,2 Prozent der Wähler vertritt.

Wie wäre es, wenn CDU und SPD auch für die Personen, die diese neue Politik in den nächsten Jahren für uns vertreten sollen, neue Wege beschreiten würden?

Martin Schulz wird von SPD und CDU zum Bundeskanzler gewählt (bei etwa vergleichbarer Wählerzustimmung zwischen CDU und SPD) und bestimmt für vier Jahre die politischen Richtlinien. Dieses Ziel hatte er doch ausdrücklich im Wahlkampf ausgegeben und für neue Politikansätze geworben. Und Angela Merkel wird in der neuen Regierung Außenministerin, dafür hervorragend prädestiniert durch ihre weltweite Anerkennung. Damit wären auch ihre nur widerwillige Bereitschaft zur erneuten Kanzlerkandidatur und ihre innenpolitischen Defizite und die bröckelnde interne Zustimmung berücksichtigt. Die fehlenden CSU-Stimmen für Martin Schulz als Bundeskanzler würden die kleinen Bundestagsparteien mit ihrer Ablehnung für weitere vier Jahre Groko unter Angela Merkel vermutlich gerne ersetzen. Und die CSU als Juniorpartner in der neuen Groko darf ja Minister stellen und mitregieren. Der von der SPD befürchtete Bedeutungsverlust in einer Regierung mit der Union muss nicht eintreten, wenn Kanzler und SPD ihre Sache für uns Bürger gut machen!

Hartmut Schmidt, Daun