1. Meinung
  2. Leserbriefe

Weiße-Kragen-Kriminalität

Weiße-Kragen-Kriminalität

Zur weltweiten Finanz- und Bankenkrise diese Zuschrift:

Wenn ein "kleiner" Bankräuber maskiert eine fünf- oder sechsstellige Summe abzweigt, schlägt die Staatsmacht, um seiner habhaft zu werden, unerbittlich zu. Was auch richtig ist. Wenn aber Bankvorstände, die namentlich bekannt sind, zehn-, elf- oder zwölfstellige Summen "versenken", werden sie vom Staat gestützt, ohne Verantwortung tragen zu müssen oder gar in Regress genommen zu werden. Was richtig wäre. Man kann ja seitens der Politik, der eventuellen Protektion, der man Vorschub leistete, nicht in den Rücken fallen. Seit der amerikanische Jurist Sutherland 1949 den Begriff "White Collar Criminality" (Weiße-Kragen-Kriminalität) prägte, ist das Thema Wirtschaftskriminalität in der Welt. Es definiert die Gesamtheit aller Straftaten, die sich gegen die Wirtschaft richten. Dazu gehören unter anderem Bilanzfälschung, Kreditbetrug, jegliche Form von Untreue, Wucher und so weiter. Da die Täter nicht bei der Gruppe der klassischen Verbrecher zu suchen sind, sondern in der Regel der oberen Gesellschaftsschicht angehören, gestalten sich die Ermittlungen und die Strafverfolgung in den meisten Fällen schwierig.

Verbrechen lohnt sich nicht, oder?!

Edgar Hauser, Konz

finanzkrise