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Wen interessiert das Haselhuhn?

Natur

Zum Artikel „Mehr Platz für Arnika und Waldeidechsen“  (TV vom 10. Juli) erhielten wir folgenden Leserbrief:

Zwei farbige Fotos lenken den Blick auf ein ökologisches Projekt in der Planungsphase. Abgebildet sind der Wachtelweizen-Schneckenfalter und die Waldeidechse. Ein Kasten am rechten Rand beschreibt, wo die Mittel für die Realisierung herkommen.

Bei Bändern des Lebens, so ist der Kasten mit den Förderungsmitteln überschrieben, fielen mir die realisierbaren Bänder des Lebens ein, nämlich gigantische Eingriffe in die Natur in den Gebieten, die für Naturschutz infrage kommen und dem  letzten Haselhuhn den Garaus machen werden, ehe die Umweltministerin, aus dem Alibi- Ministerium Umwelt, überhaupt in die Puschen kommt mit ihren zarten Planungen.

Sollte der Schutz für die gefährdete Arnika vielleicht als Antwort oder Ausgleichsmaßnahme  für den immensen Landschaftsverbrauch durch die neuen „Betonbänder“  nicht des Lebens, sondern der dauerhaften Versiegelung,  gedacht sein? Dann sollte dies nicht schamhaft verschwiegen werden. Und im Übrigen: Wen interessieren schon in Zeiten des Klimwandels, wo halbe Dörfer überflutet werden, ein Haselhuhn oder der aussterbende Charaktervogel Kuckuck? Dennoch: Den Wachtelweizen-Schneckenfalter, da stimmt mir bestimmt jeder zu, auch der Fortschrittsgläubige, den gilt es zu erhalten. Oder?

Jörg Stein, Lötzbeuren