Militär: Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor

Militär : Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor

Zu den Artikeln „Politiker sind gegen Verbot von Militärflügen“ und „Piloten müssen gut ausgebildet sein“ (TV vom 27. Juni) schreibt Wilfried Knickrehm:

Der Absturz von zwei superteuren Eurofightern der Bundesluftwaffe mit zwei hervorragend ausgebildeten Piloten hat zu zwei längeren Artikeln des Redakteurs Bernd Wientjes geführt. Diese Artikel scheinen auf den ersten Blick relativ ausgewogen zu sein, Herr Wientjes lässt alle politischen Richtungen zu Wort kommen. Bravo!

Es geht, wie immer bei solchen tragischen Ereignissen, um den Sinn und Zweck dieser Übungsflüge, über ihre Notwendigkeit, über den Fluglärm, über die Gefahren für die Bevölkerung, und ob man sie nicht vollständig einstellen sollte oder sie in die USA oder Neufundland verlegen sollte oder in den Simulator. Jedenfalls bei uns sollten sie nicht stattfinden. Mich stört bei dieser Berichterstattung im TV aber gewaltig, dass Herr Wientjes zuerst (und sogar auf der Titelseite) Markus Pflüger von der Trierer AG Frieden zu Wort kommen lässt. Er lässt ihn dann im Hintergrund sogar noch einmal ausführlich seinen Standpunkt vertreten. Das hat ein Geschmäckle und mit Ausgewogenheit nichts mehr zu tun. Die Ansichten des „Friedensaktivisten“ Pflüger sind bekannt. Er vertritt eine ganz kleine Gruppe von ideologisch verblendeten Träumern, die in Deutschland keine Rolle spielen und sich mit Sitzblockaden vor Kasernentoren und der Erstürmung von Flugplätzen in Erinnerung bringen. Mit solchen Maßnahmen kommen wir leider dem ersehnten (ewigen) Frieden keinen Schritt näher. Wir sollten vielmehr den Fähigkeiten unseres Militärs, insbesondere unseren Piloten, vertrauen, die sich mit ihrem Leben dafür einsetzen, dass unsere friedliche und freiheitliche Gesellschaftsordnung so bleibt, wie sie ist. Herr Wientjes wäre besser beraten, wenn er demnächst einmal einen Piloten der Bundesluftwaffe zu Wort kommen lässt. Und wenn Herr Pflüger seine Wortmeldungen zum Beispiel in Krasnoyarsk oder Uralsk verfassen würde, dann hätte er damit noch viel mehr Zeit und Gelegenheit als in Trier, allerdings vorwiegend in einer Zelle.

Halten wir uns besser an die Meinung des antiken Kriegstheoretikers Vegetius: Si vis pacem para bellum = wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor.

Wilfried Knickrehm, Hauptmann a.D., Trier

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