| 19:43 Uhr

Lesermeinung
Wie in der Kolonialzeit

Militär

Zum Artikel „21,6 Milliarden für Auslandseinsätze“ (TV vom 28. November):

Allein die Zahl lässt mich erzittern. Was hätte man mit dem Geld alles machen können?! Von dem, was man mit dem Geld in den Einsatzgebieten hätte Gutes tun können, mal ganz abgesehen. Wir wären nicht die Bösen, Ungläubigen. Nein, wir hätten die Chance gehabt, als Gute Schulen zu bauen, Brunnen zu bohren oder für Bildung zu sorgen. Aber wir hätten auch in unserem Land viel Gutes tun können. Die Tafeln überflüssig machen zum Beispiel, oder unsere maroden Schulen und Straßen renovieren.

Wir hätten für ganz Deutschland 5G-Sendemasten aufstellen können. Womit das Grundrecht, wie Frau Merkel es nennt, auf digitalen Zugang für jeden sichergestellt wäre. Und wir hätten noch Geld übrig. Hätte, hätte, Fahrradkette. Aber was ich nicht in den Kopf bekomme, ist, dass in allen Einsatzgebieten bis heute kein wirklicher Frieden herrscht. Wenn wir Deutschen, egal durch welchen friedlichen Einsatz, wenigstens das Miteinander der dort lebenden Menschen ein klein wenig verbessert hätten oder dort Zuversicht herrschen würde. Was noch schlimmer ist: Allein 109 tote Bundeswehrsoldaten in allen Einsätzen, davon 57 in Afghanistan. Von den Verstümmelten an Körper und Seele ganz zu schweigen. Unsere Soldaten sollten für die Verteidigung gerüstet sein und nicht Krieg auf fremden Feldern führen. Das ist wie vor 150 Jahren in der Kolonialzeit und unserer nicht würdig.