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Wir brauchen in Ehrang dringend das Krankenhaus und die Schwestern

Leserbrief : Wir brauchen in Ehrang dringend das Krankenhaus und die Schwestern

Krankenhaus Ehrang

Zu den Artikeln „Flut-Schäden zu groß: Aus für das Krankenhaus Ehrang“ und „Ist das Krankenhaus in Ehrang nicht mehr zu retten?“ (beide TV, 4. Dezember) sowie zu zahlreichen weiteren Leserbriefen und Artikeln zum Thema:

Die Schließung des Ehranger Krankenhauses trifft insbesondere die Orte der linken Moselseite hart. Der Pfarrgemeinderat der Gemeinde St. Peter Trier-Ehrang stellt den Schwestern drei grundsätzliche Fragen zum Verhalten des Ordens als kirchliche Gemeinschaft. Das Klinikum Mutterhaus Trier ist ein kirchliches Krankenhaus des Ordens der Borromäerinnen, der aktiv in die Planungen des Krankenhauses eingebunden ist. Die Ordensfrauen wollen nach eigenen Angaben einen Beitrag leisten, „dass bei aller Hochleistungsmedizin … das Menschliche nicht zu kurz kommt.“ Ist die Schließung ein Beitrag zur diakonischen Kirchenentwicklung? Die heftige Reaktion der Menschen in Ehrang und den umgebenden Orten zeigt, wie wichtig dieses Krankenhaus für die Menschen ist, denen sich der Orden mit der Übernahme des Hauses verpflichtet hat. Müssen nicht die berechtigten Bedürfnisse der Menschen Vorrang haben vor dem Gestaltungswillen allzu eifriger Krankenhausmanager? So verdunkelt der Orden sein Glaubenszeugnis.

Kirche soll offen sein. Wie hält es der Orden mit der Transparenz? Diese fehlt uns in zweifacher Hinsicht: Eine Offenlegung der tatsächlichen Berechnung hätte der erste Schritt sein müssen. Die vom medizinischen Direktor genannten 30 bis 60 Millionen hören sich nicht nach belastbarer Kalkulation an, das Gleiche gilt für die 15-  bis 20-Millionen-Investition im Mutterhaus. In Ehrang werden die Kosten nach unserer Auffassung  bewusst sehr hoch angesetzt, um die Schließung zu rechtfertigen, für Trier niedrig, obwohl man es von vielen Bauprojekten kennt: Am Anfang ist alles erstaunlich preiswert (Leichtbauweise), und wenn man angefangen hat, wird unter der Hand alles teurer.

Weder die Stadt Trier noch die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden, der Ehranger Ortsbeirat sowie die Kirchengemeinde St. Peter, die immer eine enge Zusammenarbeit mit dem früheren Träger des Krankenhauses, den Waldbreitbacher Schwestern hatte, wurden eingebunden geschweige denn vorab informiert. Ist der Orden dem synodalen Prinzip verpflichtet, oder hinkt er der innerkirchlichen Entwicklung hinterher? Synodales Prinzip bedeutet: Betroffene einbinden, ergebnisoffen in der Diskussion das Für und Wider abwägen, Alternativen prüfen. All das vermissen wir sehr schmerzlich.

Wir bitten den Orden, sich nicht hinter irgendwelchen Managern oder Aufsichtsräten zu verstecken, sondern mutig und mit Gottvertrauen für ihre ureigenste Aufgabe einzustehen, „für die Menschen in den verschiedensten Nöten da zu sein“. Wir brauchen in Ehrang dringend das Krankenhaus und die Schwestern.