Wirtschaft

Zur Berichterstattung über die Vorgänge im Unternehmen Natus:

Es ist geradezu beschämend, in welcher Form über das Thema Betriebsrat bei der Firma Natus berichtet wird. Vorab stelle ich klar, dass ich Herrn Frank Natus weder persönlich kenne noch irgendwelche geschäftliche oder gesellschaftliche Verbindungen mit ihm unterhalte. Es gibt für mich deshalb überhaupt keine Verpflichtung, für diese Firma zu sprechen. Allerdings halte ich es für unvertretbar, wie mit einer der größten Arbeitgeberinnen der Region, die über 600 Familien Brot und Arbeit gibt, nicht unerhebliche Steuern bezahlt und sich außerdem in bemerkenswerter Weise sozial engagiert, umgegangen wird. Ein Betriebsrat ist zunächst einmal die ureigene Angelegenheit zwischen Mitarbeiter und Firma. Wenn die überwiegende Zahl der Mitarbeiter keine Notwendigkeit hierfür sieht, zeugt dies von einem guten Betriebsklima und beweist, dass Mitarbeiter ihre Interessen persönlich bei der Geschäftsleitung vertreten können, wobei diesen ohnehin unbenommen bleibt, jederzeit einen Betriebsrat zu installieren, ohne dass es hierzu der Hilfe einer Gewerkschaft bedarf. Ungeachtet dessen und ohne Rücksicht auf den Willen ihrer Mitglieder inszeniert die IG Metall einen Feldzug gegen einen traditionsreichen Familienbetrieb, der - gelinde ausgedrückt - inakzeptabel und verletzend ist. Wenn sie sich dabei der Hilfe des Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff bedient, der selbstverständlich nichts enthüllen kann, wo nichts ist und dieser spätestens jetzt Gefahr läuft, seine Reputation zu verlieren, nachdem er die Interna aus eigener Anschauung vermutlich nicht einmal kennt, ist dies eine weitere durchsichtige Finte, die mit seriöser Mitarbeitervertretung nicht vereinbar ist. Ich halte Gewerkschaften ausdrücklich für unverzichtbar und kenne aus eigener Erfahrung die Zusammenarbeit, die immer von gegenseitigem Respekt geprägt war. Eine solche Vorgehensweise aber wie die gegenwärtige habe ich, um die eigenen Worte des zuständigen Funktionärs zu gebrauchen, dabei niemals erlebt. Ganz offensichtlich geht es der IG Metall schlicht um Macht, wobei auch Herrn Wölfl klar sein muss, dass fehlende Argumente nicht durch Lautstärke ersetzt werden können. Bestenfalls stärkt er damit das in weiten Kreisen der Bevölkerung existierende Vorurteil, das sich inzwischen sogar in schwindenden Mitgliederzahlen ausdrückt. Georg Kern, Trier