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Wirtschaft

Zum Artikel "Hahn: Ryanair streicht fast jeden dritten Flug" (TV vom 24. November):

Die Vorzeichen könnten unterschiedlicher kaum sein: Am Flughafen Hahn werden nach fast zwei Jahrzehnten ziviler Nutzung immer noch Probleme diskutiert, die in Bitburg geradezu undenkbar sind. Schulden in dreistelliger Millionenhöhe, Bitburg garantiert jedem Investor schon nach fünf Jahren Renditen von sechs bis sieben Prozent. Verzweifelt werden für den Hahn Investoren gesucht, in Bitburg stehen diese geradezu Schlange. Nachtflug, am Hahn permanent als Standortvorteil gepriesen, in Bitburg geht\'s auch ohne. Billig-Airlines, die mit dem Hahn Katz und Maus spielen, in Bitburg lässt man derartige Kundschaft vollkommen unbeachtet. Wieso fährt man nicht einfach vom Hunsrück in die Eifel, um die Expertenriege in Bitburg um Rat zu fragen. Haben die Hahn-Verantwortlichen etwa Angst, dass die Spezialisten aus der Eifel auf Anhieb erkennen würden, dass ihr Flughafen unter Umständen gar nicht im goldenen Dreieck liegt. Durchaus denkbar, dass man aus Bitburg mit der Erkenntnis abgewatscht wird: Hahn liegt im toten Winkel, wie soll man dort einen Großflughafen auf die Beine stellen? Wer hätte gedacht, dass der doch eher minimale Standortunterschied zwischen Hahn und Bitburg derart gravierende Folgen für ihre wirtschaftliche Entwicklung haben könnte. Bei Flughäfen scheinen ähnliche Gesetze zu herrschen wie bei Immobilien. Lage, Lage, Lage. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man vorgehen wie in Bitburg. Erst mal klarstellen, dass man sich im goldenen Dreieck befindet. Dann kann kein Investor mehr widerstehen. Falls doch, kann man aus dem BIT-Airport immer noch einen BITT-Airport machen. Norbert Proost, Messerich