Wirtschaft

Zum Artikel "Rekordpreise bei Sprit und Öl machen Leben immer teurer" (TV vom 7. September):

Ich kann das Gejammer über die Spritpreise nicht mehr hören. In den letzten 50 Jahren ist der Preis gemessen an der Kaufkraft für ÖPNV-Tickets um 1000 Prozent, für Brot um 500 Prozent und für Sprit um 230 Prozent gestiegen. Man kann es nicht oft genug sagen: Es gibt kein Grundrecht auf unbegrenzte Mobilität! Auch hier gilt, dass ich mich mit meinem Lebensstil nach meinem Geldbeutel richten muss. Das heißt dann gegebenenfalls bewusster, langsamer, weniger und vor allem mit sparsameren Autos fahren. Aber nein, der Drei-Liter-Lupo wurde aus dem Programm genommen, weil es keine Nachfrage dafür gab. Es werden immer größere, schnellere und komfortablere Autos gefahren. Die Brötchen mit dem Auto geholt, das Kind schnell zur Kita gebracht. Zum Waldlauf, Zigarettenautomaten, eine Schraube im Baumarkt vergessen - im voll klimatisierten SUV kein Problem. Wer sich das leisten kann: bitteschön. Aber kein Gemecker und Geschrei nach staatlicher Hilfe. Und jetzt bitte nicht wieder die Geschichte vom armen Mütterchen in der Eifel, das seinen Vater sonntags nicht mehr besuchen kann, weil das Benzin zu teuer ist. Das gehört zum Kapitel Altersarmut. Und da die Benzinkosten den geringsten Anteil an den Kilometerkosten ausmachen, können sich einige Leute das Auto auch bei niedrigen Spritpreisen kaum leisten. Da der Preis die einzige Steuerungsmöglichkeit ist, darf es ruhig noch ein bisschen mehr sein. Schließlich deckt die Spritsteuer nur einen Bruchteil der gesellschaftlichen Kosten, die Autos und Lastwagen verursachen (Wohnwertverluste, Gesundheitsschäden, Umweltfolgekosten, Polizei- und Rettungswesen und, und, und). Martin Müller, Föhren