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Wo bleibt die Chancengleichheit?

Leserbrief : Wo bleibt die Chancengleichheit?

Frauenquote

Zum Artikel „Koalition gibt grünes Licht für Frauenquote“ (TV vom 29. Mai):

Wenn die SPD wissen möchte, warum sie im Wählertal ist, sollten die Genossen diesen Artikel des TV lesen. Dort wird Bundesjustizministerin Christine Lambrecht  mit den Worten zitiert: „Das ist ein Meilenstein für die Frauen in Deutschland.“  Sie meint die Einigung in der großen Koalition über eine Frauenquote in Vorständen von mitbestimmten Großunternehmen (über 2000 Mitarbeiter). Im Text heißt es, dass 66 davon betroffen seien, wovon 25 noch keine Frau im Vorstand hätten, also können sich jetzt 41 Frauen in Startposition bringen. Unter Einschluss von Unternehmen mit Bundesbeteiligung, weil dort auch die zwei Ebenen unterhalb des Vorstands einbezogen sind, dürfen noch ein paar Frauen mehr sich Hoffnungen machen. Seien wir großzügig, vielleicht 150 dürfen auf den großen Karrieresprung hoffen, weil sie nachweisen können, dass sie wirklich Frauen sind. Wegen des eingeräumten Mutterschutzes müssen sie wohl zudem noch im gebärfähigen Alter sein, also unter 50 Jahren.

Wie viele Männer in dieser Altersklasse unter 50 Jahren gibt es in den Vorständen? Wo bleibt die Chancengleichheit? Aber so eng darf man es nicht sehen, denn es geht ja um einen „Meilenstein“! Ist das mit der Wahrheit vereinbar?