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Wolfgang Quär zum Kondominium an der Mosel

Leserbrief : Keine Grenze überquert

Moselfähre

Zum Artikel „Dieser Mann fährt 100 Mal am Tag über die Grenze“ (TV vom 9. Juli):

Beim Blättern im TV ist mir die oben genannte Schlagzeile ins Auge gesprungen. Sie stimmt so nicht. Dieser Mann fährt kein einziges Mal über eine Grenze. Die Mosel ist seit dem Wiener Kongress von vor mehr als 200 Jahren ein Kondominium, das von Luxemburg und Deutschland gemeinsam verwaltet wird. Die Moselfähre befindet sich immer im Kondominium. Und solange sich der Fährmann auf der „Santa Maria“ aufhält, fährt er über keine Grenze. Die deutsche Grenze befindet sich am Luxemburger Ufer. Eine Grenze kann nur eine Linie sein, keine Fläche. Ein Kondominium ist per Definition ein Gebiet, das von zwei oder mehr Ländern verwaltet wird. Es erstreckt sich auch über die Sauer und die Our, soweit sie zwischen Luxemburg und Deutschland fließen. Die einzige Ausnahme, die ich kenne, ist das Stadtgebiet von Vianden, das sich über eine Strecke von fünf Kilometern in die Eifel verirrt hat.