Bauhaus: Ziemlich umfangreicher, aber substanzlose Artikel

Bauhaus : Ziemlich umfangreicher, aber substanzlose Artikel

Zu unserem Artikel „Auf Bauhaus-Spurensuche in Trier“ (TV vom 14. September) meint Hubert Clemens, Reil:

Der Verfasser bringt es fertig, in der Beschreibung von fünf Trierer öffentlichen Bauwerken nur bei einem davon auch den Architekten zu nennen. Statt dessen beruft sich der Schreiber auf einen gewissen Karl-August Heise, der ausgiebig zitiert wird und dessen Aussagen zu den einzelnen Bauten wenig konkret – um nicht zu sagen: banal – sind. Dabei hätte sich für dieses Thema sicher die Chance ergeben, die auch in Trier erhaltenen zahlreichen Privathäuser der vom Bauhaus inspirierten Architekten ausfindig zu machen und diese sowie ihre Schöpfer vorzustellen. Nicht einmal der Architekt des markanten, im klassischen Bauhausstil entworfenen Stadtbades von 1929 wird erwähnt. So wirkt dieser doch ziemlich umfangreiche, aber substanzlose Artikel letztlich wie eine PR-Arie für den Architekturbüro-Betreiber Heise. Wie man dem Schaffen eines städtebaulich einflussreichen Architekten gerecht wird, hat der Publizist Gerd Bayer aus Bausendorf mit seinem Buch über den Architekten Otto Finé bewiesen. Finé wirkte von 1905 bis 1962 in dem Moselstädtchen und hat, ab den zwanziger Jahren, bei seinen seither geschaffenen privaten und öffentlichen Bauten unverkennbar Bauhaus-Stilelemente eingesetzt – freilich aus Gründen des Landschaftsschutzes ohne Flachdächer. Ich bin mir sicher, dass es auch in Trier Architekten vom Format Otto Finés gegeben hat.