1. Meinung
  2. Leserbriefe

Zu den Maringer Weingenusstagen diese Meinung:

Wein : Kein Bezug zum Wein und zur Region

Weinfeste

Zu den Maringer Weingenusstagen diese Meinung:

Über mehrere Jahre habe ich mit Freunden verlängerte Wochenenden in Maring verbracht und von dort Tagestouren mit dem Fahrrad unternommen. Durch die Pandemie usw. bedingt wurde diese lieb gewonnene Regelmäßigkeit leider unterbrochen. Um so erfreuter war ich, als ich durch meinen Maringer Weinlieferant erfahren habe, dass in der Zeit vom 5. bis 7. August die „Maringer Weingenusstage“ stattfinden würden. Wein- und Speisengenusstage durfte ich in der Vergangenheit schon häufiger bei Straßenfesten in Bernkastel-Kues erleben und war stets begeistert. Also stand für mich fest, auch in Maring bei diesen Genusstagen den Wein und die angebotenen Speisen zu genießen.

Meine erste Enttäuschung bestand dann darin, als ich feststellen musste, dass es kein Straßenfest war, mit dem ich allerdings „leben“ konnte, sondern die teilnehmenden Weingüter über den ganzen Ort verteilt ihre Weine und Speisen angeboten haben. Also habe ich eine „Weingenuss-Wanderung“ durch den Ort gemacht. Das war für mich jedoch noch akzeptabel. Für mich sehr enttäuschend und nicht mehr akzeptabel war das Speisenangebot. Ich wohne im Rheinland und bin es gewohnt, dass zum Beispiel an Rhein und Ahr bei ähnlichen Veranstaltungen die Winzer überwiegend Speisen anbieten, die einen Bezug zum Wein, zur Region und zu traditionellen Gerichten und ihrer Verarbeitung herstellen. Diese Angebote, die ein Weinfest ausmachen und prägen, fehlten, wie bei der Lektüre des Flyers unschwer feststellbar ist, fast vollständig. Speisen wie Brat- und Currywurst mit Pommes, Pulled Pork Burger, Spanferkel vom Grill oder Grillsteak mit Kartoffelsalat gehen für mein Verständnis die Beziehung zur Region Mosel, Moselwein und Winzern vollständig ab und werden bei jeder „Wald- und Wiesenveranstaltung“ wie beispielsweise Schützenfesten oder einer Kirmes angeboten.

Schade, die Veranstaltung hätte ein absoluter Werbeträger, insbesondere für auswärtige Besucher, für die Region, die Winzer, die Weine und die regionalen Speisen sein können. So war es lediglich eine Zusammenkunft, von Gästen, Einheimischen und Bewohnern der näheren Umgebung, bei der Wein und auch „etwas zu essen“ angeboten wurde. Eine Augenweide waren, um auch etwas Positives zu erwähnen, die Weinkönigin und ihr weiblicher Hofstaat, denen ein deutlich auf die Winzer abgestelltes Fest zu gönnen gewesen wäre.