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Zu Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden schrieb Rainer van den Bosch aus Bernkastel-Kues:  

Energie : Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden?

Erneuerbare Energie

Zum Artikel „Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden?“ (TV vom 27./28.Februar 2021) schrieb uns Rainer van den Bosch aus Bernkastel-Kues:

Der TV schreibt in oben genanntem Artikel: „Die Ausstattung von öffentlichen Gebäuden mit Solar-Panels bringt nicht so viel wie erhofft.“ Diese ernüchternde Feststellung hat System und das ist von der Bundesregierung genau so gewollt. Vordergründig lässt sich Bundeskanzlerin (und Ex-Umweltministerin) Angela Merkel gerne medienwirksam vor schmelzenden Gletschern und mit Greta Thunberg ablichten. Und Bundeswirtschaftsminister (und Ex-Umweltminister) Peter Altmaier schaut treuherzig in die Kamera und verkündete allen Ernstes „Viele Menschen, denen das Klima wichtig ist, haben wir enttäuscht“.

Aber das sind alles Lippenbekenntnisse, denn hinter den Kulissen wird eine knallharte Politik gegen die Energiewende und besonders gegen die Bürgerteilhabe durchgezogen. Mit großer Akribie und Methodik arbeitet das Wirtschaftsministerium seit 2012 daran, die finanziellen Anreize für Bürger*innen, Gewerbe und Unternehmen bei Investitionen in die Erneuerbare Energie Stück für Stück abzubauen.

Und so kommt, was politisch gewünscht ist: Bei Neuanlagen wird die Einspeisung von CO2-frei erzeugtem Solarstrom zum Verlustgeschäft. Dadurch wird ein bestens geeignetes Flachdach auf der Kita in Kues wahrscheinlich nur noch zur Hälfte genutzt, damit sich die Investition in erneuerbare Energien wenigstens halbwegs rechnet. Und die Entscheider*innen in Berlin können weiter die Geschichte erzählen, dass die Energiewende nicht schnell genug kommt und die erneuerbaren Energien sowieso nicht ausreichen, um den Energiebedarf am Wirtschaftsstandort Deutschland zuverlässig zu decken. Weshalb wir natürlich eine „Brückentechnologie“ wie Erdgas brauchen. Da kommen die Nordstream-2­Pipeline für den Import von russischem Erdgas und die Flüssiggas-Terminals für den Import von amerikanischem Erdgas gerade richtig. Bei so viel Einsatz für die fossile Energiewelt bleibt Wirtschaftsminister Altmaier leider keine Zeit mehr, sich ernsthaft um die Energiewende und den Klimawandel zu kümmern. Da reicht es nur noch viel heiße Luft zu produzieren.