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Zum Artikel „Ende eines Fürstentums“ über das Fürstentum Prüm

Leserbrief : Einige Korrekturen

Zum Artikel „Ende eines Fürstentums“ über das Fürstentum Prüm (TV vom 28. Januar):

Der Beitrag behandelt eine interessante historische Thematik, bedarf aber leider einiger Richtigstellungen:

1. In dem Info-Kasten heißt es zur Bertradaburg, diese sei nach Bertrada der Jüngeren benannt worden. Einmal in der Welt, verbreitet sich diese Unrichtigkeit immer weiter. Denn die Namensgeberin der Bertradaburg war Bertrada die Ältere.

2. Die Gründung der Abtei Prüm sei „um 721“ erfolgt. Bertrada die Ältere stiftete mit ihrem Sohn Charibert am 23. Juni 721 die Abtei, die 1222 von Kaiser Friedrich II. zum Fürstentum mit Sitz und Stimme im Reichstag erhoben wurde.

3. Die Aussage in der Einleitung des Beitrages, das Fürstentum Prüm sei 1576 aufgelöst worden, stimmt nicht. Die reiche Fürstabtei Prüm war eines der zahlreichen selbstständigen Territorien des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. 1576 wurde es von Jakob III. von Eltz annektiert. Die Trierer Kurfursten und zugleich Erzbischöfe von Trier traten damit die Nachfolge der Fürstäbte an und waren in Personalunion Administratoren (Verwalter) der Fürstabtei Prüm. Diese blieb nach wie vor und ununterbrochen bis zum Jahre 1801 bestehen. Sie war auf dem Immerwährenden Reichstag, der im Ratssaal zu Regensburg tagte, vertreten. Dort hatte Prüm im Reichsfürstenrat auf der Geistlichen Bank die 33. Virilstimme (Einzelstimme). Gemäß der Aufruf­ordnung (Stand 1792) wurde der „Fürstabt von Prüm“ an 65. Stelle aufgerufen.

Der 1801 geschlossene Frieden von Lunéville besiegelte die völkerrechtliche Anerkennung der Abtretung der Gebiete links des Rheins durch das Heilige Römische Reich an Frankreich. Damit endete für die linksrheinischen Reichsstände – unter anderem für die Fürstabtei Prüm – die Zügehörigkeit zum Reichsfürstenrat. Erst damit erfolgte das „Ende des Fürstentums“.