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Zum Artikel „Ex-Dorfchef kritisiert geplanten Abriss“ schrieb Gregor Steffes

Meinung : Seine Zeit ist schlichtweg abgelaufen

Kommunalpolitik

Zum Artikel „Ex-Dorfchef kritisiert geplanten Abriss“ ( TV vom 30. Juli) schrieb uns Gregor Steffes aus Horath:

Jetzt sind wieder Bewegung und reichlicher Gesprächsstoff in den kleinen Hunsrückort Horath zurückgekehrt. Was ist passiert? Der 82-jährige  Helmut Schuh hat angekündigt, dass er das freiwerdende Mandat als Nachrücker im Gemeinderat annehmen wird. Um diese Geschichte verstehen zu können, muss man die Uhr zurückdrehen: 2004 hat der damalige und sehr erfolgreiche Ortsbürgermeister Schuh nach 35 Dienstjahren seinen Rückzug erklärt. Entgegen der Ankündigung ist er kurze Zeit später als Nachrücker wieder in die Gemeinderatsarbeit eingestiegen. Diese unerwartete Mitgliedschaft im Rat gab ihm auch eine optimale Gelegenheit, seinen Nachfolger sukzessive in die Materie einzuführen. Aber man musste kein Prophet sein, um prognostizieren zu können, dass diese Kooperation nicht funktionieren konnte.

Schon früh wurde vom Gemeinderat eine Bürgerbefragung zur Kommunalreform durchgeführt.  Herr Schuh warb für einen Anschluss der Ortsgemeinde an die Einheitsgemeinde Morbach, gründete aber später die Bürgerinitative „Horath bleibt selbstständig“ mit dem Ziel, zur VG Bernkastel zu wechseln. 2017 hat der damalige Gemeinderat jedoch den Wählerwillen umgesetzt und den Anschluss nach Morbach beschlossen. Es folgten Anfeindungen sowie auch im Rat Unstimmigkeiten. Ob einige damalige Aussagen in einem Zusammenhang mit dem Verhalten von Herrn Schuh standen, lässt sich nur erahnen. Jedenfalls hat jetzt ein Ratsmitglied bei Bekanntwerden der erneuten Rückkehr von Schuh in den Gemeinderat das politische Ehrenamt sofort niedergelegt.

Seine Ankündigung als Ratsmitglied gegen den Beschluss des Rates zum Neubau der Hochwaldhalle zu „kämpfen“, lässt für die Zukunft heiße Debatten vermuten und widerspricht der besonderen Treuepflicht eines Ratsmitgliedes, Mehrheitsentscheidungen anzuerkennen und umzusetzen. Herr Schuh hat als Ortsbürgermeister eine außerordentliche politische Lebensleistung für die Ortsgemeinde Horath erbracht. Das Tragische daran: Er hat selbst nach und nach am eigenen Sockel gesägt. Vielleicht wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, noch einmal darüber nachzudenken, auf das Mandat zu verzichten. Denn seine Zeit als Kommunalpolitiker ist schlichtweg abgelaufen.