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Zum Kahlschlag an der Mosel schrieben Claudia Heine und Bernd Neu aus Etgert:

Natur : Brachiale Ignoranz

Natur

Zum Artikel „Kahlschlag an der Mosel – Naturschützer sind empört“ (TV vom 3. März) sowie zum Leserbrief „Ehrenwerte, aber zahnlose Kritik“ (TV vom 10. März) schrieben uns Claudia Heine und Bernd Neu aus Etgert:

Die Vorgehensweise des Landesbetriebes Mobilität (LBM) an der B 53 bei Piesport ist beispielhaft für viele andere Örtlichkeiten, wo die Straßenmeistereien (SM) im Bereich des Straßenbegleitgrüns für Sicherheit und Ordnung an den Straßen sorgen.

Ist das so? Ist es nicht vielmehr Fakt, dass hier wertvoller ökologischer Lebensraum vernichtet wird?

Wir sprechen nicht von Situationen, in denen faktisch eine Gefährdung der Verkehrssicherheit durch beispielsweise abgestorbene Äste gegeben ist, welche auf die Fahrbahn herabzustürzen drohen und dass diese Äste natürlich fachmännisch zu beseitigen sind.

Nein, wir sprechen hier von einer beispiellosen Zerstörungswut, die jegliches Naturverständnis und ökologisches Wissen um die biologischen Zusammenhänge vermissen lässt.

Jüngst wieder einmal geschehen im Zuständigkeitsbereich der SM Thalfang. Da wird beispielweise fast der komplette Bewuchs an den Böschungen entlang der B 327 im Bereich Berghof Richtung Thalfang „platt gemacht“. Nachweislich gesunde Bäume, Sträucher, Vogelschutz- und Nährgehölze, von welchen keinerlei Gefahren oder sonstige Beeinträchtigungen ausgingen, wurden eliminiert.

Mehrstämmige Bäume wurden durch Absägen von Stämmen ihres Gleichgewichtes beraubt und hängen nun, Wurzelteller in der Luft, in Schräglage. Ja, geht´s noch?

Und die jeweiligen Begründungen der LBM für dieses immer wieder unangemessen Vorgehen sind ebenso hanebüchen wie an den Haaren herbeigezogen.

Hier ist dringend Handlungsbedarf in Form von Schulungen und Sensibilisierung des Personals geboten – und natürlich eine entsprechende Fachaufsicht. Selbstherrliches Handeln nach dem Motto, einmal zerstört, keine Arbeit mehr damit, ist angesichts der ökologischen Bedeutung und wichtigen Funktion des Straßenbegleitgrüns in Zeiten des Klimawandels und massiven Artensterbens völlig inakzeptabel.

Wir möchten mit der Aussage von Sokrates abschließen, der da sagte, es ist keine Schande nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.