Telekommunikation: Zum Telefonieren in die unmöglichsten Ecken

Telekommunikation : Zum Telefonieren in die unmöglichsten Ecken

Zu unserem Artikel „Letzter Platz: Nirgendwo gibt’s so viele Funklöcher wie in Rheinland-Pfalz“ (TV vom 11. September) schreibt Margita Wollscheid, Damflos:

… und nicht nur in der Eifel sondern auch im Hunsrück und Hochwald. Entweder habe ich einen Netzbetreiber mit passablem Netz im Nahbereich, dann geht aber einige Kilometer weiter nichts mehr. Oder ich bin beim anderen Netzbetreiber, der mir ein passables Netz beim Einkauf und in den Zentren bietet, aber am Wohnort ausfällt und mich zum Telefonieren in die unmöglichsten Ecken nach draußen ins Freie zwingt (wegen Netzempfang).

Man wechselt immer wieder mal, aber es wird nicht wirklich gut! Die Tarife sind happig und versprechen LTE, aber sagen nicht wo …

Zum selben Artikel meint Annette Müller, Konz:

Heute musste ich zu meinem Erstaunen im Volksfreund bzgl. Funklöcher in RLP  lesen, dass „anders als beim Ausbau des schnellen Internets über Leitungen für Mobilfunkausbau kein Förderprogramm bereitsteht“. Bekannterweise wird eine Mobilfunkbasisstation jedoch nie allein nur als Basisstation für Dauerfunk genutzt:

Eine typische GSM-Basisstationsantenne arbeitet mit vier Frequenzkanälen. Ein Kanal, der Betriebskanal (BCCH-Kanal), sendet immer mit voller Leistung, die anderen Sendekanäle (Sprechkanäle) regulieren ihre Leistung entsprechend der Anzahl der Gespräche. Jedoch wird an diese Funkmasten gebräuchlicherweise immer weitere Technik installiert; um für andere Dienste nutzbar zu sein, wird derzeit hauptsächlich mit (förderfähigem) LTE ausgestattet.

Die Funkmast-Investoren als Unternehmer werden üblicherweise diese teure Investition immer mit anderen Diensten verbinden. Sie können es sich nicht leisten, ihre Effizienz unberücksichtigt zu lassen. Damit ist auch ein Mobilfunkmast – wenn er tatsächlich entsprechend umsichtig auf die ländlichen Gegebenheiten projiziert wird, wo neben Funklöchern eventuell. auch unbefriedigender Internetanschluss vorliegt – generell auch förderfähig!

Das erfordert jedoch die Zusammenarbeit von Investor und ortskundiger Gemeinde im Zusammenschluss mit dem Land oder mit dem Bund. Besonders dann sollte man umsichtiger planen, wenn der Funkmast für längere Sendestrecken von meist fünf bis zehn Kilometer  oder mehr ausgelegt wird, und dementsprechend viele Standorte für Installationen in Frage kommen, die außerhalb der Wohngebiete in sicherem Abstand zu den Anwohnern liegen.

Damit wäre auch das bisher nicht widerlegte Risiko der Gesundheitsgefährdung bei Installation von Funkmasten mit geringen Abständen oder bei  bei direkter Nähe zu Wohnhäusern reduziert – besser gesagt:  ausgeschlossen.

Die Gesundheit der Menschen sollte über der Technisierung der Umwelt stehen, das ergibt sich bereits aus unserem Grundgesetz. Wenn selbst bei Protesten der Anwohner primär private Interessen willkürlich durchgesetzt werden, ist das eine besondere Art von Sittenwidrigkeit. Man könnte auch von „Vergewaltigung“ sprechen, denn man kann sich leider nicht gegen diesen Dauereinfluß der Magnetfelder schützen.

Die Wellen durchdringen selbst dicke Mauern, man kann sich leider nicht permanent in einen Faradayschen Käfig setzen, der allein eine Abmilderung bringen würde.