1. Meinung
  2. Leserbriefe

Zum Thema Impf-Reihenfolge schreibt uns TV-Leser Peter Rütten

Corona : Keinerlei System zu erkennen

Impfen

Zum Thema Impf-Reihenfolge schreibt uns TV-Leser Peter Rütten:

Endlich hat sich der Volksfreund der schleppenden Impfungen im Landkreis angenommen. Und es gibt tatsächlich „massive Unterschiede bei der Impfquote der Landkreise in der Region“.

Aber es bleiben nach der Lektüre viele Fragen. Denn für den impfwilligen Bürger ist bei der Impf-Terminvergabe keinerlei System zu erkennen. Geht es nach der Reihenfolge der Anmeldung bei der Online-Registrierung? Einige in meinem Freundeskreis, allerdings im Nachbar-Kreis, haben sich später angemeldet als ich und sind bereits geimpft. Oder geht es nach dem Alter? Auch das ist nicht eindeutig. Den Personen ab 60 wurde angesagt, dass sie bei jetziger Anmeldung mit einem Impftermin ab Ende April rechnen können. Zugleich bekamen 70-Jährige eine Terminzusage „für den Verlauf des Monats Mai“. Auch Vorerkrankungen sind kein Kriterium: In meinem Umfeld gibt es sehr kranke Menschen und sehr gesunde über 70. Das hat aber keinen erkennbaren Einfluss auf den Termin. Ist das alles abhängig von der Einwohnerzahl des jeweiligen Landkreises? Und von Landkreis zu Landkreis verschieden?

Die Mitteilung der Landesregierung, dass nunmehr auch die Personen ab 60 Jahren sich zur Impfung anmelden können, täuscht die Öffentlichkeit doch nur darüber hinweg, dass das Impfen bei den Älteren noch längst nicht abgeschlossen ist. Was soll dann diese Mitteilung? Beschwichtigen?

Mich wundert es, dass der Volksfreund, wenn der Kreis sich für nicht zuständig erklärt, dann nicht weiter nachfragt, wer denn zuständig ist, welche Landesbehörde das System hinter dem Chaos erklären kann. Oder sollte es tatsächlich beliebig sein, sollte es der Zufall sein oder die Willkür?!

Mich wundert auch, dass die Partei der Liberalen, zu deren Selbstbild doch die Wahrung der Bürgerrechte und der Schutz der Bürger vor Behördenwillkür gehört, hier noch nicht nachgefragt hat. Diese Partei steht in der Tradition eines Burkhard Hirsch und eines Gerhard Baum. Sie sind doch in der Landesregierung.

Vielleicht gäbe es ein wenig mehr Übersicht, wenn der Volksfreund in den kommenden Wochen täglich die Anzahl der tatsächlich verabreichten Impf-Dosen in den Impfzentren des Kreises mitteilt, zusammen mit der jeweiligen Priorisierungsgruppe, und diese Zahl vergleicht mit den Dosen, die in den Nachbarkreisen – pro 1000 Einwohner- zur Verfügung stehen. Es könnte ja sein, dass dann das Durcheinander offenkundig würde und die entsprechende Behörde endlich einmal für ein nachvollziehbares System sorgt.