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Zur Diskussion um die Energiewende gehört mehr dazu

Leserbrief : Zur Diskussion um die Energiewende gehört mehr dazu

Energiepolitik

Zum Artikel „Turbo-Programm für Windräder und Solarparks“  (TV vom 17. Januar) und zum Lesebrief „So wie es zuletzt mit dem Ausbau der Windkraft und Solarenergie lief, konnte es nicht weitergehen“ (TV vom 29. Januar):

 

Schon oft wurde im TV das Thema Energiewende dargestellt. Den oben genannten Leserbrief kann ich nicht ohne Gegenrede stehen lassen.

Was der Leserbriefschreiber in seinem flammenden Plädoyer für die rasche Umsetzung der Energiewende unerwähnt lässt:

Die Einspeisung von Energie durch Windkraftanlagen (WEA) stellt eine große technische Herausforderung dar. Die bestehenden Stromnetze sind nicht darauf angelegt, die unregelmäßige Energieform zu verkraften und es bedarf bereits jetzt großer Manpower, um die ankommende Energie so zu steuern, dass bei den Abnehmern keine großen Schäden entstehen.

Die Strompreiserhöhung hat mehrere Ursachen. In Deutschland wird  dies verschärft durch das Abkoppeln der bisherigen Energielieferanten. Bereits jetzt ist es so, dass Deutschland aus dem Ausland Energie zukaufen muss. So freuen sich zum Beispiel Tschechien, Niederlande und Frankreich uns teuren Strom verkaufen zu können, den sie aus Atomkraft gewonnen haben.

Die Entstehung von Bürgerinitiativen oder anderer Formen von Bürgerbeteiligung am Genehmigungsprozess tut dem Lesebriefschreiber mit einer aus meiner Sicht abwertenden Bemerkung („Sie schossen wie Pilze aus dem Boden“) ab. Diese haben aber nichts anderes gefordert als das, was ihnen zusteht, nämlich die Einbindung der Bevölkerung. Sowohl die Regierung von Rheinland-Pfalz als auch die Bundesregierung haben nun beschlossen, diese Rechte zu beschneiden. Das wird unter anderem eine Verkürzung der Abstände von WEA zu Baugebieten zur Folge haben.

Eine Berücksichtigung der Belange der Einwohner sieht meiner Meinung nach anders aus! Ein ebenso grober Leisten wird, wie ich finde, über den Naturschutz gelegt. Hier wird alles negiert, was Natur- und Artenschutz in den zurückliegenden Jahrzehnten erreicht hat. Die vermeintlich so geschätzten Belange der Natur, Biodiversität und gezielter Schutz der Arten werden zur Marginalie erklärt.

Die Freigabe des Waldes für Standortflächen ist das Sahnehäubchen. Der wichtigste Wasserregulierer, CO2-Speicher und Sauerstofflieferant wird durchlöchert. Dies alles und mehr gehört zur Diskussion um die Energiewende dazu!