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Zur Müllabfuhr und ART schrieb Christoph Unkelhäußer aus Gornhausen

Leserbrief : Keine Kundennähe, ohne Wettbewerb

Abfallentsorgung

Zum Artikel „Keine Müllabfuhr in drei Orten: ART reagiert auf Kritik“ (TV vom 30. Januar) schrieb uns Christoph Unkelhäußer aus Gornhausen:

Die Reaktion, die Sie beschreiben, zeigt drastisch, dass in diesem Unternehmen eine Kundenorientierung gänzlich fehlt. Ein konstruktiver Ansatz, was verbessert/geändert werden kann, kommt dem Management erst gar nicht in den Sinn.

Fall 1: Auch in Gornhausen wurde am 4. Januar der Restmüll nur in der Hauptstraße abgeholt. Wir haben bei ART zweimal angerufen, aber am Telefon gab es nur nicht glaubwürdige Ausreden und Ausflüche wie: „schwierige Straßenbedingungen“, was definitiv nicht zutraf, oder auch „Die Fahrer entscheiden ob sie abholen, denn wenn was passiert, haften die ja auch“ – eine Mär, denn das Personal ist hoffentlich versichert und haftet daher, wenn überhaupt, nur bei grober Fahrlässigkeit wie Trunkenheit am Steuer. Als wir wissen wollten, wann der Restmüll ersatzweise abgeholt werden würde, wollte man uns am nächsten Tag zurückrufen. Der Rückruf erfolgte erst einige Tage später mit der Aussage, die Tonnen würden zum nächsten offiziellen Termin abgeholt, kostenlose Müllsäcke, um die Zwischenzeit zu überbrücken, gäbe es keine.

Fall 2: Die Papiertonnen wurden am 14. Januar in der ganzen Gemeinde wie geplant geleert. Die Gelben Säcke jedoch blieben außerhalb der Hauptstraße liegen. Da telefonische Rückfragen beim ART erfahrungsgemäß nur Ausreden liefern, schrieb ich eine E-Mail mit der Bitte, die Gründe und einen Ersatztermin zu nennen. Eine Antwort steht bis heute aus. Unser Bürgermeister konnte erreichen, dass die Gelben Säcke am 18. Januar (dem nächsten Termin für die Restmülltonne) mit abgeholt wurden. Voraussetzung: Die Gelben Säcke und die Restmüll-Tonnen des Orts sollten an einen zentralen Platz an der Hauptstraße gebracht werden. Nur so könne der ART die Abholung auch garantieren. Von den Bürgern zu verlangen, die vollen Tonnen (im längsten Falle rund 400 Meter) durch den Ort zu wuchten, zeigt einmal mehr, dass der ART nicht im Wettbewerb steht und sich scheinbar alles erlauben kann.

Den Mitarbeitern an der Basis ist kein Vorwurf zu machen, denn offensichtlich wird eine Kundenorientierung vom Management nicht vorgelebt. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts ist der ART der Hoheitsgewalt von Gemeinde/Stadt/Land unterworfen, aber auch da gibt es bis dato keinerlei hörbare Ansätze, die Situation zu bereinigen.