1. Meinung

Beschönigende Selbst-Bezeichnung

Proteste : Beschönigende Selbst-Bezeichnung

Zu unserem Artikel „Tausende Querdenker in Leipzig“ (TV vom 9. November) meint Christa Blasius, Konz:

An diesem Tag schafften es Straftaten begehende Teilnehmer einer Demo auf die erste Seite des Volksfreunds. In der Überschrift „Querdenker in Leipzig“ wurde die beschönigende Selbst-Bezeichnung „Querdenker“ nicht apostrophiert, in dem dazu gehörenden dpa-Bericht nicht problematisiert. Wenn Journalisten die Selbstbezeichnung  „Querdenker“ übernehmen, ebnen sie den Umzugsteilnehmer den Weg.

Genauso ist es mit dem Begriff „Bewegung“. Immer wieder werden Straftaten begehende Umzugsteilnehmer durch die mediale Benutzung dieses Begriffs (Pegida-Bewegung, Querdenker-Bewegung) geadelt und wichtiger gemacht, als sie sind. Die Frauenbewegung, die Bürgerrechtsbewegungen sind Bewegungen, die nicht dem Ablassen von persönlichem Frust, des Verbreitens von Hass oder dem Chaos im Staat dienen, sondern der Verbesserung der Welt.

Gut ist, dass auch Politiker nun langsam beginnen, kein Verständnis mehr für die sogenannten „Querdenker“ zu formulieren.