1. Meinung

Bitte sprachlich abrüsten!

Verkehr : Bitte sprachlich abrüsten!

Zum Artikel „Blitzer erschweren Rasern das Leben“ (TV vom 7. November) schreibt Dieter Mühlenhoff, Trier:

Beim Thema Geschwindigkeitsbeschränkungen und vor allem bei den unvermeidlichen Kontrollen gehen bei vielen Zeitgenossen die Emotionen hoch. Viele sollten auf diesem Feld sprachlich (auch der TV) und vor allem aber ideologisch deutlich abrüsten. Natürlich ist die Zerstörung eines Radar-Messgeräts eine durch nichts gerechtfertigte Straftat. Klar sollte auch sein: 30-km/h-Begrenzung vor Schulen und in bestimmten Wohngebieten mit entsprechenden Kontrollen sind richtig. Das Verkehrsverhalten in der Innenstadt von Trier hat sich seit Einführung der städtischen Geschwindigkeitskontrollen sichtbar zum Positiven verändert. Aber wer etwa morgens von Mariahof in die Stadt fährt und an der Spitzmühle mit 51 Stundenkilometern erwischt wird, ist kein Raser. Und wer unter dieser kritischen Grenze von plus 21 Stundenkilometern bleibt, sowieso nicht. Wer am Moselufer im Verkehrsfluss mit 71 Stundenkilometern Richtung Konz „mitschwimmt“ ist es ebenfalls nicht. Dennoch, nicht nur die Kontrolle, auch die Ahndung dieses oft nur gedankenlosen Verhaltens, gegebenenfalls auch begleitet von den geplanten höheren Bußgeldern, muss wohl sein. Aber der Entzug der Fahrerlaubnis in diesen Beispielfällen, wie es die Grünen über ihren Einfluss im Bundesrat ideologisch und hartnäckig verfolgen, ist völlig überzogen. Ich hoffe, dass dieses Mal unser Verkehrsminister, der sich ja bisher nicht unbedingt durch Erfolge auszeichnet, in dieser Sache einmal Erfolg hat.

Noch eine Anmerkung zu den städtischen Geschwindigkeitskontrollen. Vor der Grundschule in Mariahof gilt 30 Stundenkilometer. Wenn man allerdings nachmittags um 15.30 Uhr mit 40 Stundenkilometern geblitzt wird, kann man schon ins Grübeln kommen, ob es zu der Zeit nicht wichtigere Kontrollpunkte in der Stadt gibt. Zu guter Letzt ein Vorschlag für eine meines Erachtens nach sehr sinnvolle 30-km/h-Begrenzung. Die Straße Am Weberbach ist auf der Fahrbahn mit großen Fahrradsymbolen gekennzeichnet, deren Sinn nicht so recht einleuchtet. Als Radfahrer bin ich dort in den letzten Monaten zweimal von PKW-Fahrern höchst gefährlich bedrängt worden. Als Autofahrer wurde ich auf der gleichen Straße von einem nachfolgenden PKW-Fahrer beschimpft, da ich einen vor mir fahrenden Radfahrer nicht überholt habe. Der Straßenabschnitt von der Basilika bis zum Hallenbad  bietet sich vielleicht als künftiger Kontrollschwerpunkt an.