1. Meinung

Atomenergie: Soldaten gehen, Bomben bleiben

Atomenergie : Soldaten gehen, Bomben bleiben

Zu unserem Bericht „Auf Krieg für immer verzichten“ (TV vom 8. August) meint Ullrich Papschik, Bitburg:

Die bisherigen zivilen Atomkatastrophen von Tschernobyl und Japan lesen und hören sich noch fast harmlos an, wenn die Berichte über den Jahrestag von Hiroshima und Nagasaki bewusst gelesen werden. Wie froh waren viele Kriegs -und Atomkraftgegner, als US-Präsident Trump den Abzug von 12 000 US-Soldaten ankündigte. Aber wie grausam ist es gleichfalls, dass in Büchel inmitten der Eifeler Erholungslandschaft noch immer US-Atomwaffen lagern, die um ein Zigfaches gefährlicher sind als die Bomben, die vor 70 Jahren in Japan eingesetzt wurden! Und das Schlimme daran ist leider, dass die Eifeler Bürger diese US-Atombomben in Büchel gar nicht mehr haben wollen. Die US-Regierung will zwar Tausende Soldaten und Flugzeuge abziehen, aber nicht die Bomben.

So lange diese Bomben nicht nur in Büchel, sondern auch an zig anderen Stellen auf der ganzen Welt installiert sind, müssen wir uns sorgen und weiterhin Hiroshima, am 16. April jedes Jahres der Tschernobyl-Katastrophe und auch der Atomkatastrophe von Fukushima gedenken.

Und jetzt erlebt fast ganz Europa eine Hitze-Trockenkatastrophe, die man eigentlich als Klimawandel-Folgeerscheinung bezeichnen muss, so dass wir normal denkende Bürger permanent von entfesselten Katastrophen umgeben sind, ohne dass wir uns hiervon befreien können. Das Besondere bei allen bisherigen Katastrophen war, dass diese jeweils an einen Tag oder innerhalb von Minuten oder Stunden passierten. Aber auf die bevorstehende Klimakatastrophe mit all ihren Hitze-, Trocken- und Unwetter- Wellen fahren unser Schiff Europa und auch der schwerfällig stampfende Weltendampfer mit seinem gesamten Wissen und wachen Augen drauf zu, ohne zu merken, dass wir  vielleicht schon mitten drin sind.