1. Meinung

Gesundheit: Verpflichtung in Zeiten der Not!

Gesundheit : Verpflichtung in Zeiten der Not!

Zu unserer Berichterstattung über die Corona-Pandemie meint Johanna Keller, Trier:

Als mündiger Bürger sollte ich die Gefahr, in der wir uns durch das Coronavirus befinden, sehen und mein Verhalten dementsprechend anpassen. Wenn es Leben schützt, ist es selbstverständlich und meine Pflicht, dass ich Menschenansammlungen meide,  Maske trage, Abstand halte ... Gerne tue ich alles, was andere und mich schützt und dem Pflegepersonal hilft. Das ist meines Erachtens meine Pflicht und die geringste Hilfe, die ich einbringen darf. Mit Verantwortung, Disziplin und Geduld kann ich auch die Entscheidungen, die von der Politik getroffen wurden, verstehen und akzeptieren. Geschlossen werden jetzt Freizeitangebote, für oder gegen die ich mich momentan noch  als mündiger Bürger selbst entscheiden kann. Die Teilnahme ist fakulativ. Schule  aber ist nicht freiwillig, die Schulpflicht gilt für Kinder, Lehrer/innen und ist auch für die Eltern bindend. Kann ich das verantworten? Können wir das verantworten? Wer trägt die Verantwortung für erkrankte Kinder, Personal und Lehrkräfte?

Abschließend empfehle ich das Buch von Hans Rosling, das den Titel Factfulnes trägt. Der Autor nennt fünf globale Risiken, die uns beunruhigen sollten: globale Pandemie, Finanzkollaps, der dritte Weltkrieg, Klimawandel, extreme Armut. Schon vor Jahren wies er darauf hin, dass jedes dieser Risiken das Potenzial hat, entweder direkt oder indirekt Elend zu verursachen, so dass dadurch der zivilisatorische Fortschritt für viele Jahre und Jahrzehnte unterbrochen wird. Er hebt hervor, dass wir eine starke und solide Weltgesundheitsorganisation zur Koordinierung einer globalen Reaktion benötigen.

Wir haben eine gemeinsame Aufgabe, lasst sie uns mit Vernunft und vorausschauend ohne Aggression angehen. Und lasst uns einander helfen, auch in Bezug auf wirtschaftliche Probleme, das ist unsere Verpflichtung in Zeiten der Not!

Zum gleichen Thema schreibt Elmar Georg Konrath, Trier:

Die neuerlichen massiven Einschränkungen in der Covid-19- Pandemie, verkündet von unseren Volksvertretern aus der Berliner Glaskuppel, zeigen vor allem eins: Versagen der Politik seit Beginn um das Wissen dieser nachweislich gefährlichen Erkrankung sowie ein völlig vom normalen Leben der Bürger distanziertes Handeln.

Das muss man sich mal vorstellen: kleine Gastronomiebetriebe, selbstständige Künstler, Freiberufler, also quasi der Mittelstand, werden hier existenzbedrohend erneut in die Mangel genommen, während man dem ungehinderten Treiben von Fußballanhängern in deutschen Stadien, wöchentlich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen präsentiert, andauernd zugesehen hat.

Ich frage mich wirklich, wie da die Politiker überhaupt noch Akzeptanz erwarten können?! Zudem kommen noch die Einschränkungen im Amateursport dazu, quasi die Basis des Sports, hier vor allem bei Kindern und Jugendlichen, die wieder mal ausgesperrt werden, während die sowieso überbezahlten Fußballer sogar in Corona-Hotspot-Länder reisen dürfen.

Wahrscheinlich sind die Lobbyisten aus dem Profifußball, aber auch aus Autokonzernen und Industrie doch wichtiger als die Bevölkerung; man will ja schließlich auch beim nächsten Wahlkampf genügend Geld zur Verfügung haben.

Klar ist, so wie sich die Pandemie entwickelt, müssen Maßnahmen getroffen werden. Sinnig wäre es gewesen, diese schon am Jahresanfang zu starten. Jetzt wäre es mal an der Zeit, dass sich unsere Volksvertreter wenigstens ehrlich hinstellen würden, ihre Fehler zugeben und sie vor allem vernünftig im Sinne aller Menschen in Deutschland korrigieren. Und zu den Menschen in Deutschland gehören nicht nur Personen aus dem Profifußball und den Vorständen der Autokonzerne.

Zum gleichen Thema schreibt Petra Kunschert, Trier:

Jeder beruft sich auf unser Grundrecht der persönlichen Freiheit und legitimiert so sein oft über die Stränge schlagendes Handeln. Aber eins vergessen unsere Freiheitsfanatiker, dass nämlich auch die Würde des Menschen ein Grundrecht ist.

Die eigene Freiheit – und das gilt nicht nur für alle Bürger und Zugewanderte, sondern auch für die Medien und Kunst – endet dort, wo Respekt und Würde des Anderen verletzt werden. Leider verschwindet diese Grenze zusehends, und die wertvolle Errungenschaft der Freiheit mutiert zu einem Ungeheuer, das mittels Diffamierungen, Respektlosigkeit und Gewaltausschreitungen die Verletzbarkeit unserer Demokratie in aller Klarheit aufzeigt.

Die Demokratie ist ein fragiles System, das auf Bürger angewiesen ist, die Verantwortung zeigen und nicht auf Kosten Anderer ihr Leben einrichten. Unsere Demokratie ist angewiesen auf den Schutz verantwortungsbewusster Politiker, die mutig Grenzen aufweisen zum Schutz der Menschen, die in diesem Gemeinwohl ein rechtschaffenes Leben führen.

Vermutlich ist diese Vorstellung jedoch eine Utopie, mein  persönlicher Traum von einem Staat, den es so nie geben wird.

Politiker sollten Vorbildfunktion haben, ähnlich der Eltern, die ihre Kinder in ein Leben in Respekt und Selbstverantwortung führen. Doch wo gibt es diese Staatsmänner und Staatsfrauen mit Charisma?

Wo gibt es die Politiker, die es fertigbringen, unseren bis zur Handlungsunfähigkeit aufgeblähten Bundestag auf eine effiziente Zahl zu reduzieren? Offensichtlich fällt es den Abgeordneten leichter, innerhalb von wenigen Tagen die Wirtschaft  mittels „Lockdown light“ zum Stillstand zu bringen – „light“ kann ich hier nur sarkastisch verstehen, denn diese Entscheidung betrifft den Geldbeutel der Politiker ja nicht.

Die nachfolgende Generation muss für dieses Handeln zahlen. Welch eine Vorbildfunktion unserer Politiker!

Zum gleichen Thema schreibt Karl-Josef Prüm, Trier:

Jetzt ist es also wieder so weit: Lockdown zum Zweiten! Schlimm. Zumindest auf den ersten Blick. Aber es gibt Trost: Die Bargeldautomaten spucken weiter Scheine aus, die Barbiere rasieren fort, die Bestattungsunternehmen nehmen Aufträge entgegen, meine Zigarrenhandlung ist ebenfalls überlebenswichtig und damit systemrelevant. Sie bleibt offen, obwohl laut Eigenwerbung Rauchen tötet. Alkohol tötet auch, trotzdem machen die Kneipen dicht. Das soll einer verstehen.

Aber wir wollen hier nicht kleinlich sein. Die Politik musste handeln, sie lebt vom Handeln. Ein Virus ist kein Pappenstiel, dieses schon garnicht. Wir müssen ihm entgegentreten, ihm etwas entgegensetzen. Wir können es nicht einfach aussitzen, Helmut Kohl ist schließlich nicht mehr an der Macht.

Jetzt also ein Monat Abstinenz. Der Dschihad kümmert sich einen Dreck darum. Den Pastoren vergeht das Lachen auf den Kanzeln. Das klingt hart. Ist es auch. Aber man kann es überleben, haben schon ganz andere geschafft. Es gibt ja noch Supermärkte, Tanken und Winzer. Die Beschaffungskriminalität mag steigen. Geschenkt. Jetzt erst mal überleben! Alles andere wäre unvernünftig. Schließlich müssen wir den Dezember retten, den dunkelsten Monat des Jahres. Nikolaus und Weihnachten wollen gefeiert sein. Und Silvester erst! Nein, dieser Lockdown ist so dringend wie ein Blitzableiter für die Badewanne. Hier kein Einschlag bitte! Corona go home! Wir haben Besseres zu tun!

Und beim dritten Lockdown suchen wir dann die Ostereier vom letzten Jahr. Irgendwo hat bestimmt eines überlebt. Wir dürfen die Hoffnung nie aufgeben.