1. Meinung

Umwelt: Wald kann sich regenerieren

Umwelt : Wald kann sich regenerieren

Zum Artikel „Waldschäden nehmen weiter dramatisch zu“ (TV vom 19. Oktober) meint Peter Kühn, Temmels:

Fichtenplantagen sind kein Wald! Das wäre das Gleiche, als würde man ein Mais- oder ein Kornfeld als Wiese bezeichnen. Die Fichte ist ein Baum, der aus Skandinavien importiert und hier zur schnellen Holzgewinnung, meist in Monokultur,  angepflanzt wurde. Das hat viele Jahre funktioniert. Jetzt in den Extrem-Sommern, die dem Klimawandel geschuldet sind, nicht mehr.

Die Fichte ist ein flachwurzelnder Baum und kommt somit sehr schlecht mit trockenen Sommern zurecht, wie wir sie zuletzt hatten. Auch ist die Temperatur in einer Fichtenplantage viel höher als in einem Wald. Das kann jeder, der mit offenen Augen durch die Natur läuft, selbst erfahren oder besser gesagt erfühlen.

Dazu kommt die Übersäuerung der Waldböden. Wenn also jetzt jemand den Waldbesitzenden Fördermittel gibt, um die von Borkenkäfern zerstörten Fichtenplantagen wieder mit Fichten, Tannen oder Kiefern aufzuforsten, der hat von Waldbau keine Ahnung.  Oder er will schnelles Geld machen – auf Kosten nachfolgender  Generationen.

Dass Wald sich regenerieren kann, sieht man an vielen Beispielen quer durch die Republik. Man muss es nur sehen wollen. Und man muss es unterstützen. Sei es als Verbraucher, der nicht alle zehn Jahre neue Möbel kaufen muss, weil die alten womöglich nicht mehr trendy sind.

Auch der Staat kann unterstützen. Aber nicht per Gießkannenprinzip oder einem „Weiter so, es hat noch immer Gut gegangen“.  Denn dumm ist, wer Dummes tut.