1. Meinung

Wann gibt’s endlich konkrete Beschlüsse?

Gesundheit : Wann gibt’s endlich konkrete Beschlüsse?

Zu unserem Artikel „Wie geht es weiter nach dem Lockdown?“ (TV vom 12. November) und der weiteren Berichterstattung und Kommentierung zum Thema Corona und Maskenpflicht schreibt Stefan Koch, Lieser:

In der vergangenen Woche waren wieder Sitzungstage im Landtag, und  Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat eine Regierungserklärung zur Corona-Pandemie abgegeben.

Der Fraktionsvorsitzende der CDU-Opposition hat natürlich die Maßnahmen der Ampelregierung als zu wenig und nicht effektiv dargestellt.

Am nächsten Tag hatte ich das Vergnügen, die Regierungserklärung von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet zu sehen. Auch dieser Ministerpräsident, jetzt von der CDU, begründete seine Maßnahmen zur Pandemie. Auch hier antwortet der Fraktionsvorsitzende der SPD-Opposition sinngemäß mit den gleichen Argumenten, warum die Regierungsmaßnahmen zur Bildung usw. so schlecht sind. Haben sich die beiden Fraktionsvorsitzenden parteiübergreifend abgestimmt?

Nach den beiden Reden habe ich mich ernsthaft gefragt: Was haben die Landtage in Mainz und Düsseldorf letztendlich beschlossen? Nichts, nur Blabla, nichts, was die Bildungssituation unserer Kinder in den Schulen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen schnellstens verbessern würde. Einen Beschluss zu fassen, wie zum Beispiel: Ab Montag dürfen nur noch 40 Kinder in einem Bus befördert werden. Stillgelegte Busse gibt es genügend.

Oder: Ab sofort werden für alle Schulklassen Geräte zur Luftfilterung angeschafft. Die Landesregierung finanziert alle Maßnahmen vor.

Fehlanzeige. Seitenlange Dienstanweisungen des Kultusministeriums zu den AHA- und Lüftungsregel lassen die Schulleiter im Regen stehen. Vieles ist hier einfach nicht durchführbar, da die Voraussetzungen fehlen. Gleiches gilt für digitale Endgeräte, die für jeden Schüler/in angeschafft werden. Sind die Kinder unserer Abgeordneten etwa alle in Privatschulen, und kennen die Politiker  die Probleme an unseren Schulen nicht? Privatschulen haben schon monatelang Luftfilter, und es werden schon seit Jahren digitale Endgeräte benutzt. Viele Eltern haben kein Endgehalt von 10 000 Euro. Der Staat hat die Pflicht, gute Bildung für alle Kinder anzubieten, egal welcher sozialen Herkunft sie auch sind. Die Abgeordneten des Landtags müssen zwingend mal wieder selbst entscheiden und sich nicht hinter den staatlich geprüften Bedenkenträgern und Oberverdachtsschöpfern verstecken.

Zum gleichen Thema schreibt Thomas Koch,Staatlich geprüfter Sportlehrer, Morbach:

Seit März weisen Regierung und Medien auf die Einhaltung von AHA-Regeln und weiterer Maßnahmen hin. Dabei vermisse ich ein paar ganz wichtige Punkte, die das Risiko schwerer Covid-19-Krankeitsverläufe deutlich mindern können. Vom Gesundheitsministerium würde ich uns allen wünschen, dass auch verstärkt für Präventionsmaßnahmen geworben wird.

Dazu gehören beispielsweise tägliche Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Tageslicht zur Förderung der Vitamin-D-Produktion und eine gesunde, ballaststoffreiche Frischkost.

Lassen Sie im Winter Ihren Vitamin-D-Spiegel bestimmen. Regelmäßiger Sport und gesunde Ernährung senken Ihr Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes Typ 2 zu erkranken.

Außerdem könnte die Politik in Förderprogramme zur Raucherentwöhnung, in gesündere Kost für Krankenhäuser und Pflegeheime investieren.

Die Zahl der jährlichen Todesfälle durch Luftverschmutzung kann durch Maßnahmen in den Städten gesenkt werden.

Des Weiteren könnten Politik und Medien erheblich auf den Abbau von Ängsten in der Bevölkerung einwirken.

Ich unterstütze den Appell der Landessportbünde, organisierte Sportangebote ab sofort wieder zu ermöglichen. 

Zum gleichen Thema schreibt Eva Reuter, Konz-Krettnach:

Ich kann den Leserbriefen von Viktoria Karls und Wiebke Linnert nur beipflichten. Zum ersten Beitrag kann ich nur sagen, dass die Landesregierung ihre Hausaufgaben, die sie seit der Schulschließung im März 2020 auf hat, nicht erledigt hat. Man könnte meinen, es wurde davon ausgegangen, dass es keinesfalls eine zweite Corona-Welle geben wird, obwohl unsere Virologen dies seit langem vorausgesagt haben. Wie sonst soll man all die Versäumnisse erklären, die mit diesen halbherzigen Hygieneregeln (mit denen auch manche Lehrer nur sehr schwer klarkommen) vertuscht werden? Wenn ich nur darüber nachdenke, was meine Söhne bezüglich Essensregelungen für Schüler berichten, vergeht einem der Hunger. Diese Regelungen werden von Woche zu Woche absurder. Zum zweiten Beitrag muss man sich fragen, was dieses Zuständigkeitsgerangel bei den Ämtern soll. Auch hier hat die Landesregierung bzw. das Bildungsministerium geschlafen. Mit präzisen Dienstanweisungen an die unterstellten Ämter sowie die Schulleitungen hätte nach dem ersten Lockdown eine versprochene Soforthilfe gewährleistet sein können. Die Schüler haben wieder das Nachsehen.  Diäten werden erhöht. Banken werden umgehend unterstützt. Gesunde Großunternehmen (z.B. VW) haben Soforthilfen im ersten Lockdown erhalten. Nur in der Bildung hat es kein Verantwortlicher eilig mit Verbesserungen. Solange Bildung Ländersache ist und jedes Land für sich allein rumwurstelt, wird sich für unsere Kinder nichts verbessern und dank Corona noch viel verschlechtern.

Zum gleichen Thema schreibt Jaime Luz y Graf, Trier:

Ich stimme ja zu, dass jeder seine eigene Meinung hat zu Einschränkungen in den jetzigen Zeiten. Sei es durchdacht oder auch cerebral quergesteuert: Wir sind ja in einer Demokratie und nicht in einer Diktatur, wenn auch einige das nicht wahrhaben wollen. Über den Sinn der Maßnahme, eine Maske in der Innenstadt nachts um 3 Uhr zu tragen, lässt sich leider nicht diskutieren. Da der Mensch leider ein Herdentier ist, bedarf er der Disziplinierung durch Gewohnheit. So verhält es sich auch mit der Maske um 3 Uhr. Damit er sie auch tagsüber anzieht. Oder fahren Sie, Herr Seydewitz, um 3 Uhr nachts auch über eine rote Ampel? Wo bleibt die vielgerühmte deutsche Disziplin?

Noch einmal: Jeder Corona-Tote ist einer zu viel. Basta! Da sind die paar Maßnahmen ja wohl auszuhalten. Und wer das nicht einsieht, braucht mir und meinen Kollegen in der Pflege auch keinen Applaus mehr zu spenden. In diesen Sinne: Bleiben Sie gesund und geduldig. Geduld bringt Rosen, und die können Sie ja verschenken.