Linkshänder sind nicht unnormal

Linkshänder sind nicht unnormal

Eltern fragen Unser Sohn kommt im nächsten Jahr in die Kita. Er scheint ein Linkshänder zu sein. Wir können es zwar noch nicht definitiv feststellen, weil er nach unserer Beobachtung noch keine eindeutige Präferenz für eine Hand zeigt. Sollte er definitiv Linkshänder sein: Worauf sollten wir dann achten?

Die Expertin antwortet: Wenn Ihr Sohn sowohl die linke als auch die rechte Hand benutzt, so ist das ein normaler Vorgang, den man bei rechtshändigen und bei linkshändigen Kindern feststellen kann. Sollte sich in nächster Zeit herausstellen, dass er zweifelsfrei Linkshänder ist, dann ist das kein Grund zur Beunruhigung: Die Zeiten, in denen linkshändigen Kindern noch mit Vorurteilen und sehr besorgten Mienen begegnet wurde, sind vorbei: Heute ist es eine selbstverständliche Erkenntnis, dass linkshändige Kinder genauso normal wie rechtshändige sind und genauso geschickt mit ihren Händen. Linkshändigkeit ist weder ein Makel noch eine Krankheit oder eine "schlechte Angewohnheit", sondern Ausdruck der motorischen Dominanz der rechten Gehirnhälfte. Sie können Ihren Sohn am besten dadurch unterstützen, dass Sie ihn vorerst selbstbestimmt so schreiben, basteln, werken oder hantieren lassen, wie er es möchte. Wenn Sie ihn durch eine positive Haltung im Sinne von: "Er macht Alles mit links!" begleiten, wird ihm das gut tun. Später können sie ihn durch die Anschaffung spezieller Gebrauchsgegenstände für linkshändige Kinder und kleinere Hilfestellungen unterstützen. Beim Tischdecken sollten Sie darauf achten, das Besteck und das Glas links vom Teller oder in der Mitte zu platzieren.

Eltern fragen - Experten antworten: Jeden Donnerstag beantwortet Birgit Storr vom Arbeitskreis neue Erziehung an dieser Stelle Elternfragen. Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Berlin (www.ane.de) ist vor allem durch seine Elternbriefe bekanntgeworden, die in zahlreichen Kommunen deutschlandweit an junge Eltern versandt werden

Sie haben eine Frage an Birgit Storr? Mailen Sie an familie@volksfreund.de. Die Antwort im Blatt erfolgt anonym.