Kolumne: Champignons statt Rechner

Kolumne : Champignons statt Rechner

Ich will ja nichts sagen,

aber dass die Polizei hier direkt in der Nachbarschaft ein solches Cyberdingsbums geortet und gestürmt hat, das macht mich fassungslos. Dort in dem beschaulich-romantischen Traben-Trarbach, wo sie mit Unterwelt eigentlich was ganz anderes bezeichnen als das Treiben von Ganoven.

Jetzt werden die ganzen Keller durchforstet und dann geht es irgendwann los mit der Frage: Was machen wir mit den Bunkern? Den Wein-Nachts-Markt bis dort oben hin auszuweiten, dafür fehlt in den Anlagen hinter dem Stacheldrahtzaun das romantische Ambiente.

Man könnte die Bunker stattdessen den James-Bond-Produzenten als nächsten Action-Ort anbieten. Da spart man sich den Abriss der Anlagen, denn wo 007 wütet, da bleibt kein Stein auf dem anderen. Oder die Traben-Trarbacher fangen jetzt doch an, dort Champignons zu züchten. Feucht genug sollte es da unten ja sein, und dunkel genug sowieso. Dann hätten wir endlich Champignons aus regionaler Herkunft. Und was die Moselaner mit Hilfe der Hunsrücker und der Eifler nicht selber essen, könnten sie wie ihren Wein in die ganze Welt exportieren.  Die Edelgastronomie in Traben-Trarbach kreiert daraufhin neue Gerichte in Champignons-Weißwein-Sauce. Mit viel Riesling. Dann können die Moselstädter ihren Kummer über die neue und unerwünschte Popularität einfach wegessen,

meint eure Liss.

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