Liss: Das Kreuz mit den Kreuzen

Liss : Das Kreuz mit den Kreuzen

Ich will ja nichts sagen, aber als ordentliche Bürger gehen mein Hermann und ich wählen. Ist ja klar. Wir wollen schließlich Einfluss nehmen, wer in unseren Räten sitzt und über unser Schicksal vor Ort entscheidet.

Wobei – „wählen gehen“, das stimmt eigentlich nicht. Denn wir machen dieses Jahr Briefwahl.

Beim letzten Mal haben wir für Chaos im Wahllokal gesorgt. Kreistag, Gemeinderat, noch ein Rat, Bürgermeister, da sind viele Kreuze zu machen. Und ich wüsste ja immer gerne, wem ich meine Stimmen gebe. Deshalb habe ich meinen Hermann in der Wahlkabine neben mir immer laut gefragt, ob er den oder diejenige kennt und aus welchem Haus die Kandidaten kommen. Bis dann einer kam und uns gesagt hat, das geht so nicht. Dafür hat sich mein Hermann verzählt, erst zu wenig, dann zu viele Kreuze gemacht. Eine halbe Stunde haben wir gebraucht, bis wir – hoffentlich – alles richtig gemacht hatten. Und die Leute in der Schlange vor den Wahlkabinen haben böse geguckt, ich weiß nicht, warum.

Aber zu Hause wählen ist auch nicht einfacher. Der Wahlzettel für den Kreistag war weg, bis ich ihn zwischen den ganzen Werbeblättchen wiedergefunden habe. Und mit dem Wahlzettel vom Bürgermeister wollte mein Hermann die Fischreste einwickeln, bevor er diese in die Mülltonne schmeißt.

Ich sag euch: Bei den nächsten Wahlen machen wir es einfacher: Da steht bei den Vorschlägen überall nur noch Liss, und egal was ihr ankreuzt: Es ist immer die richtige Wahl, meint eure Liss