1. Meinung

Die Liss und das Schneechaos im Hunsrück

Kolumne : Schneevergnügen im Hunsrück

Ich will ja nichts sagen, aber dass der der Hunsrück mal so überlaufen ist wie diese Woche, das hätte ich mir in den kühnsten Träumen nicht ausgemalt. Von überall sind sie hergekommen mit ihren sommerbereiften Schönwetterautos, um sich bei uns den Schnee anzuschauen.

Wobei von genießen nicht die Rede sein kann. Das kann nur für die Frühaufsteher gegolten haben, die noch einen Parkplatz ergattert haben.

Aber wir können doch nicht jedes Jahr zwischen Weihnachten und Silvester über Erbeskopf, Idarkopf und Dollberg einen Lockdown verhängen, nur weil da Schnee liegt und mehr Leute kommen als Parkplätze vorhanden sind. Was soll da erst los sein, wenn Skifahren wieder erlaubt ist?

Aber mein Hermann und ich haben uns was für die Zukunft überlegt. Die Schneebegeisterten könnte man künftig erst mal zum Flughafen Hahn lotsen. Seit die Flugzeuge nur noch so spärlich nach Pisa und London fliegen, müssten dort doch massenhaft Parkplätze frei sein. Und auch am Hochmoselübergang und auf der B 50 neu könnte man eine einspurige Verkehrsführung einrichten – bei so wenigen Autos, die da drüber fahren, reicht eine Spur völlig – und den anderen Fahrstreifen dann zum Parkplatz umfunktionieren.

Vom Hahn und vom Hochmoselübergang richten wir dann einen Bus-Shuttle ein – für die ganz Schneeverrückten direkt auf die Piste unter der Windklangskulptur, für die Romantiker zum Morbacher Bahnhof, wo sie dann mit dem Schienenbus über die Bahnlinie beschaulich durch unsere schneebedeckten Hunsrückwälder und über den Hoxeler Viadukt nach Deuselbach rollen und dann zu Fuß zum Hunsrückhaus wandern. 

Dann hätten wir viele Probleme gleichzeitig gelöst: Kein Parkplatzchaos mehr, die ganzen Flachlandtiroler aus den Flusstälern kämen zu ihrem Wintervergnügen, und der Morbacher Gemeinderat wäre auch zufrieden gestellt. Denn spätestens dann wäre die Hunsrückquerbahn in Wert gesetzt,

meint Eure Liss