1. Meinung

Die Liss und die bizarren Namen der Pilze

Kolumne Liss : Krause Glucke trifft Igel-Stachelbart

Ich will ja nichts sagen,

aber eigentlich ist der Herbst die Zeit für Pilze. Nur haben wir gefühlt schon seit Mitte Juni Herbst – seitdem hatten wir eigentlich nur Regen, Nebel und Temperaturen wie sonst im Oktober, und so lange schon wachsen auch schon Pilze auf unserem Rasen. Wenn wir nicht so viele und so große Schnecken im Salatbeet hätten, wüssten wir gar nicht, dass Sommer ist. Mein Hermann wollte ja schon anfangen, Pilze zu sammeln, aber das lassen wir lieber, der verwechselt das immer mit Pils.

Ich habe mich also mal an ein Pilzbestimmungsbuch rangewagt und bin überrascht, was es außer Champignons, Steinpilzen und Pfifferlingen sonst noch so gibt. Kennen Sie den „Filzigen Mischling“, den „Duftenden Schneckling“ oder den „Buckeltäubling“? Habe ich vorher noch nie gehört. Mal abgesehen davon, dass sich viele Pilznamen so anhören, als wäre einer durch den Wald gelaufen und hätte alle Pilzgewächse deftig beleidigen wollen. Ich weiß sonst nicht, wie man auf „Blasser Schleimkopf“, „Großer Schmierling“, „Rötelnder Wüstling“, „Ziegenlippe“ und „Säufernase“ kommt. Das sieht eher so aus, als hätten einige unflätige Zeitgenossen mit dem Wahlkampf begonnen.

Also ganz ehrlich: Wenn ich durch unsere Hunsrückwälder gehe und die Pilze dort so wachsen sehe – das sieht ja schön aus. Aber ich fürchte, ich bin einfach nicht firm genug, um die Sorten auseinanderzuhalten. Wer weiß, an was für einen Pilz man dabei gerät? Ich kaufe also weiterhin meine Pilze auf dem Markt oder im Geschäft. Das Einzige, was von meinem Ausflug in die Pilzwelt übrig geblieben sind, sind die neuen Kosenamen zwischen Hermann und mir: „Krause Glucke“ und „Igel-Stachelbart“. Jetzt dürft ihr raten, wer von uns beiden wer ist, meint eure Liss