1. Meinung

Die Liss und die geschlossenen Bäder im Kreis Bernkastel-Wittlich

Kolumne : Schwimmen oder nur sonnen?

Ich will ja nichts sagen,

aber die Hunsrücker sind fit. Im wahrsten Sinne des Wortes. Früher haben sie Kartoffeln ausgemacht, was den Körper gestählt hat. Heute wandern sie auf Traumschleifen und dem Saar-Hunsrück-Steig und erhalten so ihre körperliche Fitness. Fragt man sich nur, wann die ersten olympischen Medaillen kommen. In Frage kommen Ehren beim Skifahren – wenn denn mal Schnee fällt und die Wintersportler am Erbeskopf trainieren können. Und Schwimmen, ja, ihr habt richtig gelesen. Die Morbacher Klippenspringerin Anna Bader hat es vorgemacht. Denn wenn überall die Schwimmbäder zumachen, in Bernkastel, in Wittlich und in Traben-Trarbach: Hier auf dem Hunsrück bleiben sie auf. Das gilt möglicherweise auch für die Freibäder. Die Wittlicher machen ihr Bad während der Umbauarbeiten einfach zu. In Morbach soll die Renovierung des Bades, wenn’s geht, im laufenden Betrieb passieren. Während sich die Kreisstädter im Sommer dann nur noch auf ihrem Balkon sonnen können, absolvieren die Morbacher ihre Kilometer auf den 50-Meter-Bahnen, die bleiben sollen. Da können die Wittlicher nur staunen. Landrat Gregor Eibes – ein echter Hunsrücker – hat übrigens schon erwogen, neben dem Vorsitz bei den Fußballern auch noch den Chefsessel bei den Schwimmern zu übernehmen. Zudem wird auf dem Hunsrück eifrig trainiert. Der Hermeskeiler Bürgermeister Hartmut Heck will sich seinen Schnäuzer abrasieren, damit sein Gesicht genauso schnittig durchs Wasser gleitet wie die Mitte seines Hauptes. Der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal hat sich bei Schorsch Gröber, dem größten Fan des Morbacher Schwimmbades, schon erkundigt, wie er über das Seepferdchen-Abzeichen hinaus zu höheren Weihen kommen könnte. Und die Thalfanger Bürgermeisterin Vera Höfner hat sich schon einen flotten Bikini besorgt, damit sie auf den Fotos gut rauskommt, wenn sie im Erholungs- und Gesundheitszentrum neben einem Medaillengewinner aus ihrer VG posiert. Fehlen nur noch die Top-Athleten, die sich die Goldmedaillen umhängen lassen. Aber da werden wir bald reichlich Auswahl haben, jedenfalls mehr als die Eifeler und Moselaner, die auf dem Trockenen sitzen, meint eure Liss.