Kolumne Liss Rau(h)e Nächte und unerfüllte Wünsche

Ich will ja nichts sagen, aber viele reden derzeit über die Rauhnächte. Von alten Zöpfen soll man sich verabschieden, und für jeden der zwölf Tage dauernden rauhen oder neudeutsch rauen Zeit – das kennen wir ja im Hunsrück – zwischen Heiligabend und Dreikönige einen Wunsch plus einen zusätzlichen aufschreiben.

Von den dreizehn werden zwölf verbrannt, und ein Wunsch bleibt dann übrig, den die jeweiligen Leute dann im kommenden Jahr in Angriff nehmen müssen.

Das ist nicht ganz einfach. Denn in Mainz wird jetzt schon seit Jahrzehnten immer der Zettel verbrannt auf dem steht: „Kommunalreform zu Ende bringen“. Deshalb fühlt sich bei der Landesregierung niemand zuständig. Das soll sich von alleine lösen.

In Morbach sollte mal der Zettel übrigbleiben, auf dem steht: „Beitragsrechnungen für Straßenausbau korrekt erstellen.“ In Heinzerath würde man sich jedenfalls freuen.

Für den Erbeskopf wünschte ich mir als Aufgabe fürs kommende Jahr: Gesamtkonzept erstellen. Aber das scheitert schon daran, dass niemand der vielen Beteiligten sich das überhaupt auf einen Wunschzettel schreibt.

In Hermeskeil hoffen alle, dass die Stadtbürgermeisterin den Zettel überbehält mit der Aufgabe „Glasfaser zuverlässig verlegen“. Wobei die arme Frau die letzte ist, die dafür was kann. Die kann ja nicht selbst überall die Bürgersteige aufbuddeln.

In Thalfang ist ein Malheur passiert: Vor lauter Aufrufen zum Wassersparen ist der dreizehnte Zettel auch verbrannt. Da bleibt kein Wunsch mehr übrig. Oder doch eher Tausende?

Mein Wunsch für Euch ist jedenfalls: Bleibt gesund und munter – und esst nicht zu viel. Denn aus Erfahrung kann ich Euch sagen: Wenn der Zettel mit dem Wunsch „Abnehmen“ übrigbleibt, ist das ein äußerst schwieriges und raues Unterfangen,

meint eure
                     Liss

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