1. Meinung

Die Liss zum Hochwasser

Kolumne Liss : Wir leiden alle mit

Ich will ja nichts sagen,a

aber dass ich sprachlos bin, kommt selten vor. Ist aber so, wenn ich die aktuellen Bilder aus der Eifel sehe. Da schwimmen Autos durch die Straßen, Menschen flüchten in die oberen Etagen, wenn nicht sogar auf Dächer, und bei einigen Häusern ist es nicht klar, ob und wann sie wieder bewohnbar sind. Offen gesagt leide ich da so richtig mit.

Vergangene Woche haben die Morbacher Ratsmitglieder in einem Ausschuss noch über den bestmöglichen Schutz vor Starkregen debattiert, und eine Woche später kommt es nicht weit weg weitaus schlimmer, als man es sich zu dem Zeitpunkt noch hatte vorstellen können.

Toll finde ich die ganze Solidarität. Da fahren ganze Feuerwehrzüge von Hunsrück und Hochwald in die Eifel, um ihre Kollegen zu unterstützen, Hotels, Pensionen und Privatleute lassen Leute, die ihre Wohnungen nicht mehr nutzen können, kostenlos bei sich übernachten, und ein Eselsverein aus Trier bietet Besitzern von Großtieren an, mit ihren Tiertransportern deren Pferde und Kühe in Sicherheit zu bringen. Hört sich im ersten Moment komisch an, ist für die Betroffenen aber bestimmt eine große Hilfe. Wobei man sieht: Wenn Not am Mann oder an der Frau ist, wird nicht lange gefackelt, sondern mit angepackt. Mein Hermann ist schon den ganzen Morgen unterwegs und füllt mit anderen Freiwilligen Sandsäcke. Und bei einer meiner Freundinnen in der Nordeifel steht das Wasser auch schon im Erdgeschoss. Ich wollte schon hinfahren, aber keiner kann mir sagen, wie ich dorthin kommen kann. Alles überschwemmt.

Mir geht ja selten der Humor aus, aber im Moment kann ich nur mitfühlen. Liebe Eifler, Moselaner und wer sonst noch unter dem Hochwasser leidet: Ich kann Euch nicht viel helfen. Ich kann für alle Betroffenen nur die Daumen drücken, dass es nicht so schlimm wird, wie es im ersten Moment aussieht.

Eure Liss