1. Meinung

Die Liss zum Thema Männer und Technik

Kolumne : Die Hobbies der Männer

Ich will ja nichts sagen, aber wenn ich mir meinen Hermann anschaue, dann haben Männer immer ihre ganz eigenen Steckenpferde. Vor allem, wenn es um Arbeiten rund ums Haus geht. Keine Ahnung, wie man die Temperatur an einer Waschmaschine einstellt oder die Spülmaschine richtig einräumt, aber mit elektrischem Werkzeug, da sind sie bestens ausgerüstet.

Die Kreissäge, die sie zweimal im Jahr benutzen, den Bohrhammer, den wir nach unserem Hausbau gekauft haben, damit man für die nächsten Arbeiten gerüstet ist und der seitdem unbenutzt im Werkzeugraum – dem Heiligtum meines Hermann – herumliegt.

Und dann sind da noch die Geräte, mit denen unsere Göttergatten im Frühjahr und im Herbst loslegen. Den Sitzrasenmäher wienert mein Hermann im Moment schon ganz eifrig, damit dieser im Frühjahr wieder glänzt, wenn er dann das erste Mal aus unseren 100 Quadratmetern Rasen die wenigen Halme, die Ende März aus dem Boden sprießen, auch ja kürzen kann. Man muss den Nachbarn ja vorführen, welch tolles Gerät man zur Verfügung hat.

Dann kommt der Hochdruckreiniger, das einzige Mal, wo mein Hermann sich wirklich drum kümmert, dass er rund um Hof und Garten was saubermacht. Und jetzt im Herbst wollte er auch noch mit der Laubbläserei anfangen. Aber da habe ich mein Veto eingelegt. Mit einem Besen und etwas Muskelschmalz geht das mindestens genauso gut. Nur ganz ohne Technik kann er doch nicht. Deshalb meint er, er müsse zu Halloween die Leute zum Gruseln bringen. Ich gebe zu: Einige Kürbisse stelle ich ja auch auf. Aber mein Hermann macht da lieber eine technische Meisterleitung draus. Mit animierten Geistern, schauriger Musik und klappernden Skeletten. Also ich glaube, ich werde ihn einfach mitten in die gespenstische Dekoration in unseren Vorgarten stellen. Da ist er dann erstens gut aufgehoben, und zweitens gruselt es nicht mich, sondern die anderen,

 meint eure Liss