Kolumne: Ein Erbeskopf zum Heulen

Kolumne : Ein Erbeskopf zum Heulen

Ich will ja nichts sagen,

aber ich könnte heulen, wenn ich unseren Erbeskopf seh’ und all das, was unsere Politiker und Beamten dort (nicht) machen.

Vom neugestalteten Ausstellungsgelände des Nationalparktores im Freien ist nichts zu sehen, die abgebrochenen Geräte aus dem Sinnesgarten stehen noch an der gleichen Stelle wie vor einem Jahr und das dunkelbraune Wildkatzenschild ist auf der nach oben offenen Verrottungsskala noch ein paar Stufen emporgestiegen.

Eine Aufbruchstimmung, so wie sie das Land bei der Gründung des Nationalparks verbreitet hat, sieht anders aus. Ich habe schon überlegt, ob ich meinen Hermann zum Aufräumen hinschicke. Das kann doch kein Problem sein, das ganze kaputte Zeug jetzt schon wegzuschmeißen, damit es da mal ein bisschen manierlicher wirkt.

Da nutzt die neue Ausstellung im oberen Stock des Hunsrückhauses auch nicht viel. Die ist ja wirklich schön, aber wer besucht schon eine Edelboutique, wenn rundherum nur abbruchreife Ruinen stehen?

Und die wissen alle, wie es dort oben aussieht! Nur ist der eine noch nicht zuständig, der andere bald nicht mehr und macht deshalb nichts mehr, und wenn du einen fragst, dann sind alle am Verhandeln.

Ich bin nur gespannt, was früher eröffnet wird, das neugestaltete Außengelände ums Hunsrückhaus oder der Berliner Flughafen. Da sind sie wenigstens am Arbeiten, hab ich gehört.

Meine Hoffnung ist jetzt erst mal der Winter. Dann sind die ganzen Trümmer gnädig mit weißem Schnee bedeckt, und möglicherweise wird der Erbeskopf dann ein bisschen seinem stolzen Ruf gerecht,

meint eure Liss