Ein Gartengroschen für mich

Liss : Ein Gartengroschen für mich

Ich will ja nichts sagen, aber der Moselwinzer, der Geld dafür haben will, dass er in seinem Weinberg Ordnung hält, der imponiert mir. Schließlich trägt er zur Landschaftspflege bei, wie das so schön im Funktionärsdeutsch heißt.

Die Logik: Wenn der Wingert aufgeräumt ist, fühlen sich auch die Touristen wohl.

Ich habe mir überlegt, dass das auch was für mich wäre. Im Hunsrück haben wir zwar keine Weinberge, aber mein Vorgarten ist immer piccobello in Schuss. Schließlich rupfe ich da täglich Unkraut, so dass es den Nachbarn gefällt. Ich werde einfach mal ein Kästchen hinhängen, damit sie mir für meine Mühe einen Obolus einwerfen können. Direkt daneben ist ein Sparkäst­chen von meinem Hermann, weil er die Straße sauber hält.

 Er hat schon an den Bürgermeister geschrieben, damit dieser eine Straßenreinigungsgebühr berappt. Schließlich ist unser Bürgersteig im Sommer blitzeblank gekehrt und im Winter vom Schnee geräumt. Und demnächst stellen wir auf unsere Blumenwiese auch noch ein Schälchen hin, in das die Bienen einen Groschen hineinwerfen, damit sie an den Blüten in unserem Garten den Nektar schlürfen dürfen. Nur eins macht mir Sorgen: Wenn ich an unseren Gartenzaun eine Sparbüchse für unsere schöne Blumenbeete hinhänge, machen das die Nachbarn vielleicht auch. Und ob mir dann was überbleibt, weil ich bei denen ebenfalls was einwerfen muss, das bezweifle ich ganz stark,

meint Eure Liss